317. Gemeindebrief zum 6. September 2026

Bild: Winfried Hollmann, in: Pfarrbriefservice.de

Liebe Gemeinde,

die wenigsten von uns möchten sich belehren oder zurechtweisen lassen. Wir wissen selbst schon ganz gut, wie es für uns am besten läuft, und reagieren oft recht empfindlich auf Einmischung.
Was aber, wenn unser Verhalten eine ganze Gemeinschaft betrifft? Die Familie, den Hauskreis, die Kolleginnen und Kollegen, die Firma oder die Gemeinde?
Es gibt Situationen, in den der Einzelne eine Gemeinschaft in Gefahr bringt.

Für die frühen Judenchristen und Heidenchristen war es von existenzieller Bedeutung, unterschiedlichste Lebensgewohnheiten der Gemeindemitglieder zu integrieren und zu tolerieren. Gleichzeitig gab es aber auch die Erwartung an das einzelne Gemeindemitglied, sich in die Gemeinschaft und neu entwickelte Praktiken einzufügen.
Gemeinsame Normen schweißten kleine Glaubensgemeinschaften zusammen, ebenso wie die Briefe der Apostel und christliche Erzählungen, die von Haus zu Haus weitergereicht wurden.
Nur so konnte ein spirituelles Überleben in der römischen, griechischen oder jüdischen Umgebung garantiert werden.
Natürlich ging es auch damals nicht nur um Inhalte, sondern auch um Empfindlichkeiten, Gleichheit und Führungsanspruch, um "Das-haben-wir-noch-nie-so-gemacht" und das Zweifeln, ob alles so gerecht zugeht, wie behauptet wird.
Alles so normal wie schmerzhaft, auch für die frühen Christen.

Doch wie damit umgehen?
Wie möchte ich heutzutage, dass mir Kritik entgegengebracht wird?
Zunächst einmal: ich möchte wissen dürfen, dass ich weiterhin als Teil der Gemeinschaft gewünscht bin! Dass es nicht um Ausschluss geht, sondern um ein gemeinsames Ringen. Unmittelbar vor unserem Evangelientext (Mt 18, 15-20) wird vom verlorenen Schaf gesprochen, nach dem gesucht wird, weil es nun mal zur Herde gehört und vermisst wird.
Zweitens ist es hilfreich, etwas erstmal unter vier Augen oder im kleinen Kreis, im geschützten Rahmen besprechen zu können.
Drittens: Wenn das noch zu keiner Einigung führt, muss doch die gesamte Gruppe zusammenkommen und eine Lösung suchen. Dabei aber ist Demut besonders wichtig, damit die Gruppe nicht überwältigt und sich verbündet, sondern unterschiedliche Perspektiven vielleicht die Lage erhellen. Jesus hatte kurz vorher ein Kind als Erbe des Himmelreichs in die Mitte der Jünger*innen gestellt. Die hatten wissen wollen, wer unter ihnen der oder die Größte sei. Keine förderliche Einstellung für gelingende Gemeinschaft ...

Und wenn, viertens, auch das nicht hilft?
Dann ist es in letzter Konsequenz manchmal das Beste, getrennte Wege zu gehen.
Immer mit dem Bewusstsein, dass Gott niemanden endgültig abweist und Vergebung ebenso wie Heilung von Verletzung schenkt.

 

Gottesdienste am 5./6. September

Samstag, 5. September, 18.00 Uhr: Vorabendgottesdienst (Gottesdienstleitung: Kaplan Marcel Krawietz).

Sonntag, 30. August, 10.30 Uhr: Familiengottesdienst mit Combo (Gottesdienstleitung: Kaplan Marcel Krawietz). In diesem Gottesdienst werden wir unseren neuen Kaplan Marcel Krawietz – endlich – offiziell begrüßen. Auch die neuen Messdienerinnen und Messdiener werden begrüßt und gesegnet. Im Anschluss sind Sie herzlich zum Brunch im Alfred-Delp-Haus eingeladen. Bitte nichts zum Essen mitbringen, es ist für alles gesorgt!

 

Kurzfristige Änderungen in der Gottesdienstleitung sind möglich.

Die vollständige Gottesdienstordnung der nächsten Wochen finden Sie auf unserer Internetseite:

 

Samstag, 5. September 2026: Gemeindewanderung auf dem Eco Pfad von Ahnatal nach Niedervellmar

Wir wandern vom Bahnhof Ahnatal-Weimar durch Felder und Wiesen, durch Heckershausen, Obervellmar und den Ahnepark bis zum Friedhof Niedervellmar. Die Strecke ist 9 Kilometer lang. Eine Abkürzung ist möglich. Es ist eine leichte Wanderung ohne nennenswerte Steigungen. Der Eco Pfad gibt uns Informationen zu Geschichte und Natur im Ahnetal. Eine Einkehr ist im Restaurant Ahnepark möglich.
Treffpunkt ist um 10.00 Uhr am Bahnhof Ahnatal-Weimar. Vom Bahnhof Wilhelmshöhe fährt um 9.39 Uhr die RB 4 nach Ahnatal und kommt dort um 9.52 Uhr an.
Leitung: Klaus Wellhäuser.

 

Montag, 7. September 2026: Stadtklostergebet in der Zionskirche

Das nächste öffentliche Stadtklostergebet findet am 7. September um 18.30 Uhr in der Zionskirche (Phillipinenhöfer Weg 2, 34127 Kassel) statt.
Das Gebet ist ökumenisch, offen für Interessierte und alle, die mit dem Stadtkloster beten möchten.

Im Anschluss ist Zeit und Gelegenheit für Austausch, Fragen und Gespräche.

 

Dienstag, 8. September 2026: Offener Treff in Sankt Familia

Am Dienstag, dem 8. September, findet von 16.00 bis 18.00 Uhr im Gruppenraum des Alfred-Delp-Hauses wieder der „Offene Treff“ statt. Herzliche Einladung an alle, die Lust auf Begegnungen, gemütliches Kaffeetrinken und gemeinsame Unternehmungen haben!

 

Einladung zum Bibelteilen

Wir laden herzlich zu den nächsten Terminen zum Bibelteilen ein. Jede und jeder ist willkommen, um sich mit dem Evangelium des jeweils kommenden Sonntags zu beschäftigen und miteinander in den Austausch zu kommen.

Die nächsten Treffen finden am 09.09. und 23.09. statt, jeweils um 19.00 Uhr im Alfred-Delp-Haus. Die Abende werden abwechselnd von Gyde Botsch, Angela Makowski, Bärbel Meyer und Lotte Plotzki angeleitet.

 

Samstag, 12. September 2026, 18.00 Uhr: Gottesdienst für den Frieden

Herzliche Einladung zu unserem nächsten Gottesdienst für den Frieden: Gemeinsam wollen wir um mehr Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung beten. In einem leisen, besinnlichen Gottesdienst wollen wir unserer Sehnsucht nach Frieden Raum geben und uns bewusst machen, dass Friede zuerst im eigenen Herzen gelebt werden muss.

 

Freitag, 25. September 2026: Nacht der offenen Kirchen. WIR SIND BUNT – NA UND!

„Dient einander mit den Fähigkeiten, die Gott euch geschenkt hat – jeder und jede mit der eigenen, besonderen Gabe!“ (1. Petrus 4,10, Gute Nachricht Bibel)
Unter diesem Motto wird Sankt Familia an der Nacht der offenen Kirchen am 25. September 2026 teilnehmen. Wir laden die bunte Vielfalt der Menschen aus unserer Gemeinde und aus Kassel herzlich ein, mit uns zu feiern, zu staunen und mitzumachen. Das Programm liegt in der Kirche aus.

Jetzt sind Sie alle gefragt, um zu zeigen, dass unsere Gemeinde mit Leidenschaft an der Vorbereitung dieses Festes mitwirkt. Wir benötigen helfende Hände für den Aufbau am Freitag, dem 25. September, für den Abbau am Samstag, dem 26. September, sowie für die Betreuung während der Nacht der offenen Kirchen von 17.00 Uhr bis 1.00 Uhr nachts. Außerdem freuen wir uns über Sitzsäcke, um eine gemütliche Leseecke einzurichten, sowie über Wiesen- oder Gartenblumen als Tischschmuck. Melden Sie sich gern bei Melitta Baytaroglu, Renate Gallo oder Jacqueline Schwegmann oder auch im Pfarrbüro.

 

„Der Welt ins Gesicht“ – meine Lieder sollen weiter wandern

Ich bin Merle Clasen, Musikerin, und hier in Sankt Familia beheimatet. Viele meiner poetischen geistlichen Lieder sind Sankt Familia vertraut: aus Chorproben und Konzerten von Cantanima, aus besonderen Gottesdiensten, dem Karprojekt oder unserem Gemeinde-Wochenende. Vieles von dem, was ich in Sankt Familia an Gemeinschaft, Freiheit, Suchbewegung und Deutungsoffenheit erlebt habe, ist in diese Lieder eingeflossen.
Nun möchte ich 13 dieser Lieder unter dem Titel „Der Welt ins Gesicht“ auf meinem ersten Album veröffentlichen. Dazu entstehen eine Instrumentalfassung zum Mitsingen und ein Notenheft, damit die Lieder auch dort gesungen werden können, wo ich gerade mal nicht bin: in anderen Chören und Gemeinden oder von Menschen, die solche Orte oder Gruppen nicht aufsuchen. Ich wünsche mir, dass Menschen singen, dass sie Lieder von Lebensmut und Hoffnungskraft in sich tragen und dass sie etwas entdecken, was sie Vertrauen fassen lässt.
Am 26. August startet dafür mein Crowdfunding auf Startnext. Ich freue mich sehr, wenn Menschen aus Sankt Familia diesen Weg begleiten, das Projekt weitererzählen oder unterstützen.
Ihre Merle Clasen

 

Einladung zur Online-Fortbildung: Queere Themen in Schule, Religionsunterricht und Gemeindearbeit

Das Dezernat Religionsunterricht des Bistums Fulda bietet eine vierteilige Workshopreihe im Online-Format an: „Queere Themen im Kontext von Schule, Religionsunterricht und Gemeindearbeit. Eine Fortbildungsreihe für Religionslehrkräfte und pastorale Mitarbeitende.“ Die Workshops sind kostenlos, können einzeln besucht werden und sind offen für alle interessierten Menschen.

 

Ich wünsche uns allen in dieser Woche die Erfahrung, dass Bindungen sich vertiefen und Festgefahrenes überraschend gelöst wird.

 

Gyde Botsch im Auftrag des Leitungsteams von Sankt Familia

zum 6. September 2026
23. Sonntag im Jahreskreis

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