Exerzitien

Programm 2022 / 2023

Exerzitienseelsorge

Kassel

E-Mail-Verteiler / Kontakt

Wenn Sie in den E-Mail-Verteiler für die Angebote der Exerzitienseelsorge Kassel aufgenommen werden wollen, schreiben Sie bitte an harald.fischer@sankt-familia-kassel.de.

Pfarrer Harald Fischer, Exerzitienseelsorger Kassel
Kölnische Straße 55, 34117 Kassel
Telefon 0561. 15470

 

Bibliodrama in der Adventszeit

"... wir haben seinen Stern aufgehen sehen." (Mt 2,2)
 

In knapp erzählter Form legt der Evangelist Matthäus die Geburtsgeschichte Jesu als Drama an: Die Widersacher (Josef; Herodes) und die, die die Geburt und das Leben des Kindes ermöglichen und schließlich retten (Josef; Sterndeuter) stehen sich – gegensätzlicher kaum denkbar – feindlich gegenüber. Und dazwischen wehrlos, schutzlos, angewiesen: das göttliche Kind. In dieses Spannungsfeld werden sich unsere diesjährigen adventlichen Bibliodramaabende begeben.

 

In unserem eigenen Leben

Wir werden in der Begegnung mit den Texten des Matthäus sehen, ob und wie sich dieser Gegensatz im Umgang mit der verborgenen Gegenwart Gottes in unserem eigenen Leben widerspiegelt, was unsere Widerstände sind, unsere Hoffnungen und Erwartungen, wo sich unsere (kindliche) Schutzbedürftigkeit zeigt.

 

Voraussetzungen zur Teilnahme:

Verschwiegenheit; Verbindliche Teilnahme an allen vier Abenden

 

Termine

jeweils Montag 21.11.; 28.11.; 5.12.; 12.12.2022

 

Zeit:

jeweils 19.45 – 22.00 Uhr

 

Ort:

Alfred-Delp-Haus, Kölnische Straße 51 (Sankt Familia)

 

Kosten:

60 Euro

 

Anmeldung bei der Exerzitienseelsorge KAssel:

harald.fischer@sankt-familia-kassel.de

 

Maximale Teilnehmer*innen-Zahl:

12

 

Leitung:

Harald Fischer, Pfarrer; Exerzitienseelsorger
Otmar Leibold, Dipl.Theol.; Bibliodramaleiter; Leiter analyt. Gruppenpsychotherapie (G3G)

 

Exerzitien als Intensivzeiten der christlichen Spiritualität

"Wenige Menschen ahnen, was Gott aus ihnen machen würde, 
wenn sie sich der Führung seiner Gnade rückhaltlos übergäben."

(Ignatius von Loyola)
 


Exerzitien - geistliche Übungen - bieten Wege, das eigene konkrete Leben mit Gott in Verbindung zu bringen. Dazu gehören Stille, Gebetszeiten, Begleitung und Austausch. Im Programm der Exerzitienseelsorge Kassel werden ganz verschiedene Formen angeboten, sich auf einen eigenen inneren Glaubensweg einzulassen.

Was sind Exerzitien?

"Exerzitien? Wie wird das denn geschrieben?" werde ich öfters gefragt. Viele Menschen haben offensichtlich sehr unklare Vorstellungen, um was es sich dabei handelt. Gleichzeitig erlebe ich häufig eine große Sehnsucht, still und leer zu werden, zu sich selbst und zur Mitte zu finden. "Ich habe das Gefühl, das ich etwas für meine Seele tun muß." Dies läßt etwas von dem Empfinden ahnen, was Menschen zur Teilnahme an Exerzitien bewegt. Dieser Weg geistlicher Erneuerung bezieht den ganzen Menschen ein. So gehören zu den Exerzitienkursen oft auch Körperwahrnehmungsübungen.

Exerzitien als Intensivzeit der Einkehr zu sich selbst vor Gott gehören seit langem zur christlichen Spiritualität. Viele Elemente der Exerzitien (Lateinisch: "Übungen"- wir könnten dafür auch spirituelles Training sagen) sind seit der frühen Kirche in der geistlichen Praxis bekannt.
Seit Ignatius von Loyola- dem Gründer des Jesuitenordens- im sechzehnten Jahrhundert gelten Exerzitien als systematisch gestaltete Zeiten. Das geschieht sehr persönlich und möglichst mit individueller Begleitung durch kompetente SeelsorgerInnen.

Bernhard von Clairvaux, Zisterzienser im zwölften Jahrhundert, hat eine grundlegende Richtung für den geistlichen Weggewiesen: "Du Mensch, du brauchst keine Meere zu überqueren, keine Wolke zu durchdringen oder die Alpen zu überschreiten. Du brauchst keinen weiten Weg zu machen, sage 'ich'. Geh deinem Gott entgegen bis zu dir selbst. Denn das Wort ist dir nahe, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen."

Diese grundlegende Perspektive hat Dag Hammarskjöld, von 1953 bis 1961 Generalsekretär der UNO, als Tor zur Gottesbegegnung erfahren und mit dem Hinweis verbunden: " Die längste Reise ist die Reise nach innen."

aus "wege mit franziskus 3/2004"
von Claudius Groß, Guardian des Franzikanerkonvents in Wangen/ Allgäu