Predigten, Vorträge, Impulse etc.

Nachhören und Nachlesen

In Sankt Familia wird von vielen Menschen Spannendes ins Gespräch gebracht, Überlegtes und Spontanes diskutiert, Tröstendes ausgesprochen und mit Leidenschaft Theologie betrieben. Was immer wir davon sammeln können, stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 27.11.2022 --- Erster Adventssonntag

“Seid wachsam! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde” (Mt 24.43). Dieses Wort aus dem Matthäusevangelium, das wir an diesem Sonntag im Gottesdienst hören, leitet in diesem Jahr die Adventszeit ein. Die Erfahrung, dass wir überrascht werden können, gehört zu den grundlegenden Lebenserfahrungen der letzten Jahre für unsere ganze Gesellschaft. Keiner hat kurze Zeit vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie geahnt, welch umwälzende Entwicklung so schnell auf uns zu kommen würde. Genauso hat die Meisten der Krieg Russlands gegen die Ukraine mit all den schlimmen Konsequenzen überrascht. Und trotz der Jahrzehnte alten Warnungen vor der Klimakatastrophe scheinen wir immer noch nicht zu ahnen, was auf uns zukommen wird. “Seid wachsam!” Man kann dieses Wort des Evangeliums als Mahnung, gar als Drohung hören. Oder als Einladung zur Aufmerksamkeit, um etwas Wesentliches nicht zu verpassen. “Seid wachsam!” Im Evangelium soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass wir letztlich nicht das Unheil erwarten sondern auf das Heil ausgerichtet sind. Es kommt nicht nur “etwas” auf uns zu, sondern “jemand”: der Heiland, der Erlöser selbst. Und er kommt – nicht erst in unermesslichen Zeiten einer fernen Zukunft, sondern schon jetzt! Auch: mitten hinein in unser Leben, in unseren Alltag. Dieses Heil sollen wir nicht verpassen. Offenbar scheint das Erwartete, das Kommende, der Heiland selbst nicht derart spektakulär zu kommen, dass man es nicht auch übersehen könnte. Das Heil Gottes will sich im Kleinen und Unscheinbaren erweisen, in dem, was ich gerade in diesem Augenblick erlebe. Aufmerksam sein auf den Alltag, auf das Hier und Jetzt – und darin – schon jetzt – Gottes Heil erwarten! Wäre das nicht eine gute Ausrichtung, den Advent zu erleben und die Geburt Jesu zu erwarten!?

 

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 20.11.2022 --- Christkönigssonntag

In den letzten Tagen geht mir immer wieder ein Wort des Apostels Paulus durch den Kopf, das er an die Gemeinde in Korinth geschrieben hat: “Ich will nichts anderes kennen als Jesus Christus und zwar als den Gekreuzigten” (1 Kor 2,1). Jesus kennen wir: als Prediger, als Heiland, als Lehrer... Ihn als Gekreuzigten zu “bewerben”, wäre vermutlich ein schlechter Slogan. Wer will schon zu einem Verlierer gehören, zu einem, der abgelehnt wird. Paulus bekennt sich dagegen ausdrücklich zu ihm “als den Gekreuzigten”. Genau diesen Jesus, den Leidenden und Gekreuzigten, will er “kennen”, sich von ihm beeinflussen und sich von ihm prägen lassen. Was würde eine solche Haltung – im Schwachen und im scheinbar Gescheiterten die Wahrheit Gottes erkennen –, in den Konflikten unserer Zeit bedeuten? In der Auseinandersetzung mit dem Ukraine-Krieg? In der immer wieder betonten Notwendigkeit, den eigenen Lebensstil zu reduzieren – angesichts der Klimakatastrophe. Was würde es bedeuten, wenn wir mehr auf unser Recht verzichten als es einzuklagen? Ist das realistisch? An diesem Sonntag begehen wir den “Christkönigssonntag” – mit einem König, der am Kreuz hängt, der eine Dornenkrone trägt, der ausgepeitscht wird. Vielleicht müssen wir unser eigenes Verständnis von Jesus vielfach noch einmal überprüfen und überdenken. Will ich ihn tatsächlich – wie Paulus – ausdrücklich als “den Gekreuzigten” kennen und folgen? Als Einzelne, als Gemeinde und auch als Gesamtkirche müssen wir da bestimmt noch viel lernen.

 

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 13.11.2022 --- dreiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

Im Gottesdienst an diesem Sonntag hören wir in unseren Kirchen ein gewagtes Wort Jesu: “Wenn ihr von Kriegen und Aufständen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken!” (Lk 21,9). Wie das? Wir sollen nicht erschrecken angesichts des Krieges in der Ukraine? Ruhig bleiben angesichts der Spannungen im Iran, in Äthiopien? Tatsächlich – das gibt es! Eine junge Frau aus Somalia, die als Flüchtling bei uns im Pfarrhaus Zuflucht gefunden hat, erzählt von den täglichen Gewalttaten und Schießereien in ihrer Heimat. Und trotz all der erlebten Schrecken strahlt sie eine Freude und innere Kraft aus, die beeindruckend ist. Sie ist gläubige Muslima. „Lasst euch nicht erschrecken“, das meint nicht, Gewalt und Ungerechtigkeit sind egal. Aber selbst sie haben nicht das letzte Wort. Unzählige Menschen leben so und erleben das. Jesu Wort erinnert daran. Und kann uns in unserer Hoffnung stärken. Und im Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit.

 

Glaubenszeugnis Gabriele von Karais --- 05.11.2022 (Samstag) --- Zweiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

 

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 30.10.2022 --- Einunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

Der kleine Zachäus, ein Zolleintreiber in Jericho, von dem wir an diesem Sonntag im Evangelium hören, ist vielen von uns seit Kindertagen bekannt. Man kann ihn als Symbolfigur für einen Menschen sehen, der seine körperlichen Unzulänglichkeiten durch ein übertriebenes Machtgebahren übertünchen will. Es wird erzählt, dass er in der Begegnung mit Jesus nicht bloßgestellt, nicht ausgeschimpft, nicht bestraft, sondern in seiner eigentlichen Bedürftigkeit erkannt und gewürdigt wird. Diese überraschende Erfahrung hilft ihm zu einem neuen Selbstverständnis und bringt ihn zu einer menschlicheren Lebenshaltung. Ist das nicht ein Modell, das in den vielen Problemen unserer Zeit entscheidende Impulse geben kann? Nicht nur die waffenstarrenden Despoten, die wir an vielen Orten erleben, auch Menschen unserer Umgebung, vermutlich oft auch wir selber, wollen mit einem Imponiergehabe eigene Unsicherheiten übertünchen. Wie würde unsere Welt, wie würde unsere nähere Umgebung, wie würde unser Leben aussehen, wenn es uns gelingen würde, hinter der Maskerade die oft verborgene Sehnsucht nach Zuwendung, nach Anerkennung, nach Ansehen zu erkennen? Jesus hat Zachäus nicht mit Vorwürfen überschüttet, sondern ihm geholfen, sein Gesicht zu wahren und sich selber neu zu verstehen. Das wiederum hat Zachäus geholfen, aus eigenem Antrieb sein Leben zu ändern und sein verkehrtes Verhalten aufzugeben.

 

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 16.10.2022 --- Neunundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

In einer schweren und entscheidenden Situation wusste Mose, dass er seinem Volk nur helfen konnte, indem er betete. Er konnte das Gebet aber nur durchhalten, ihm nur Beständigkeit verleihen, wenn er sich dabei von Aaron und Hur, zwei Männer aus der Gemeinschaft der Israeliten, stützen ließ. Diese Geschichte (Ex 8,12) hören wir an diesem Sonntag als Lesung im Gottesdienst. Für mich ist diese Dreiergemeinschaft von betenden Menschen ein schönes Bild für die Erfahrung, dass man nicht auf Dauer allein ein Glaubender sein kann. Wir brauchen die Anderen, wir brauchen die Glaubensgemeinschaft, wir brauchen die Stärkung durch das (Glaubens-)Gespräch, durch die gemeinsame Feier des Gottesdienstes, durch das Miteinander in der Liturgie. Auch für unser Leben heute in unserer säkularen Welt gilt: Die Glaubenden müssen sich gegenseitig stärken. Keiner kann auf Dauer für sich allein Christ sein. Gut, dass wir jetzt, wo die Corona-Beschränkungen deutlich an Bedeutung verlieren, auch wieder in größerer Zahl miteinander Gottesdienst feiern können. Manch einer wird sich in den vergangenen zwei Jahren daran gewöhnt haben, den Sonntagvormittag auch ohne Gottesdienst zu gestalten. Für eine Zeit wird das gehen. Für eine Zeit musste es gehen. Aber es besteht auch die Gefahr, dass sich verflüchtigt, was einst wichtig und prägend war. Im Evangelium hören wir wie Jesus in einem Gleichnis ein ähnliches Thema aufgreift, wie es uns bei Mose begegnet. Beständigkeit und Ausdauer hilft einer rechtlosen Frau, ihre Not zu wenden. Jesus zeigt damit, dass es Beständigkeit und Ausdauer auch für das Gebet braucht. Das Beten ist der Atem unseres Glaubens. Ohne zu beten würde unser Glaube flach und ziellos. Die Glaubensgemeinschaft, auch die Gemeinschaft im Gottesdienst, kann uns helfen, diese Grundhaltung des Glaubens inmitten der vielfältigen Anforderungen des Alltags immer wieder neu einzuüben und zu pflegen.

 

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 09.10.2022 --- Achtundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

“Dankt für alles, denn das will Gott von euch” (1 Thess 5,19) schreibt Paulus an die Gemeinde in Thessaloniki. Man könnte fragen, in was für einer Welt Paulus gelebt hat. Soll man etwa für die Unterdrückung durch die Römer danken, für die Ungerechtigkeit im eigenen Land, für die Erfahrung von Krankheit, Not und Elend? Soll man heute danken für die Klimakrise, für den Krieg in der Ukraine, für all das Elend, das uns überall begegnet? Wenn man so vordergründig schaut und fragt, sind die Worte, man solle für alles danken, tatsächlich unsinnig. Aber Paulus versteht sie wohl viel grundsätzlicher: Dankt für euer Leben. Dankt für all die Möglichkeiten, die euch gegeben sind. Dankt, dass ihr von allem lernen könnt, zu vertrauen. Dankt dafür, dass euch alles auf Gottes Wahrheit verweisen will. Dankt, dass ihr so lernen könnt, die Tiefe der Existenz zu erkennen oder zumindest zu erahnen. Ein Gemeindemitglied hat vorgeschlagen, angesichts der zunehmenden Beunruhigung in unserer Welt, auch angesichts der wachsenden Angst vieler Menschen zu reagieren. Wir sollten den Trost, der uns im Evangelium und in der ganzen Bibel immer neu zugesprochen wird, zum bleibenden Motto der Verkündigung machen und ihn auch immer wieder ausdrücklich im Gottesdienst der Gemeinde zusprechen. Wir haben diesen Vorschlag diskutiert und folgendes beschlossen: Wir werden den Entlassruf beim Gottesdienst um einige Worte erweitern. Sie werden ab jetzt bis auf Weiteres am Ende des Gottesdienstes hören: “Gehet hin in Frieden und fürchtet euch nicht, denn Gott ist mit euch!” Sie sind eingeladen, auf diesen Zuspruch - wie immer - zu antworten: “Dank sei Gott, dem Herrn!” Vielleicht hilft uns dieser Zusatz, die Grundverkündigung der Frohen Botschaft, Gott “in allem” zu vertrauen, immer mehr mit in unseren Alltag zu nehmen.

 

Glaubenszeugnis Bärbel Meyer --- 01.10.2022 (Samstag) --- Siebenundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

 

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 25.09.2022 --- Sechsundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Der Begriff “der arme Lazarus” ist eine sprichwörtliche Redewendung geworden. Man bezeichnet damit Menschen, die ohne Verschulden in große Not gekommen sind und die einem nur leid tun können. Mittlerweile drohen große Teile unserer Bevölkerung in ein solches Schicksal abzurutschen. Nach allem, was man hört, sind nicht unberechenbare anonyme Mächte und Ereignisse dafür verantwortlich, sondern konkrete Menschen, die die Ungerechtigkeit in unserer Welt befördern. Um es klar zu sagen: Sowohl der russische Präsident Putin, der dabei ist, große Teile der Welt durch seinen Angriffskrieg ins Elend zu stürzen, trägt dafür Verantwortung, aber auch die westlichen Politiker, die immer noch keine anderen Strategien entwickelt haben, als sich die Strukturen des Unrechts und der Gewalt aufdrängen zu lassen. Die wirklich Notleidenden sind wieder einmal die “normalen” Menschen, die mit den Ränkespielen der Mächtigen nichts zu tun haben, aber die Konsequenzen erleiden müssen. Die Auswirkungen des Unrechts auf die einfachen Leute sind so alt, wie die Menschheit selbst. Jesus greift diese Erfahrung in der berührenden Gleichniserzählung vom “armen Lazarus” auf, die wir am Sonntag im Evangelium hören und bedenken werden (Lk 16,19-31). Werden wir ihn verstehen und die entsprechenden Konsequenzen ziehen?

 

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 18.09.2022 --- Fünfundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Wofür lebe ich? Worauf richte ich mein Leben aus? Was ist der Sinn meines eigenen persönlichen  Lebens? Im Alltag sind diese Fragen meist nicht von großer Bedeutung oder sie werden durch die Anforderungen des Alltags beantwortet. Im Alltag geht es in der Regel um die kleinen und großen Verpflichtungen, die Familie, Beruf, Lebensunterhalt mit sich bringen. Es gibt aber Zeiten, meist die Krisenzeiten unseres Lebens, in denen das Selbstverständliche nicht mehr selbstverständlich ist, in denen sich die Fragen nach Sinn und Wert neu und dann oft auch schmerzlich stellen. Was gilt noch, wenn es mit uns “zu Ende geht”? Jesus stellt diese Frage in einer Beispielgeschichte ganz überraschend und ungewohnt. Vor allem die Schlussfolgerung kann verstören und lässt Fragen offen: “Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht.” (Lk 16,9). Kann die Frage nach den eigenen Zielvorstellungen eine neue Sichtweise in meine Lebensordnung bringen?

 

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 11.09.2022 --- Vierundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Im Evangelium dieses Sonntags hören wir unglaubliche, berührende Geschichten: das Gleichnis vom verlorenen Sohn (oder vom “barmherzigen Vater”), das Gleichnis von dem einen Schaf, dem der Hirte nachgeht und dafür 99 andere zurück lässt oder das Gleichnis der Frau, die eines ihrer Talente verloren hat und ein Fest feiert, nachdem sie es wiedergefunden hat. Diese Gleichnisse treffen den Kern dessen, was zur Botschaft der Christen gehört und was uns als Kirche ausmacht: sich dem Verlorenen zuwenden, die Hoffnung nicht aufgeben, Barmherzigkeit üben. Welche konkrete Bedeutung kann Barmherzigkeit heute im Alltag einer christlichen Gemeinde haben?

 

Glaubenszeugnis Christian Kuttenberger --- 10.09.2022 --- Vierundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

 

Glaubenszeugnis Angela Makowski und Birgit Weber --- 04.09.2022 --- Dreiundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

 

Predigt Pfr. Wilhelm Lohle --- 28.08.2022 --- Zweiundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Predigt Pfr. Wilhelm Lohle --- 21.08.2022 --- Einundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Glaubenszeugnis Bärbel Meyer --- 14.08.2022 --- Zwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Glaubenszeugnis Gabriele von Karais --- 07.08.2022 --- Neunzehnter Sonntag im Jahreskreis

Predigt Birgit Weber --- 31.07.2022 --- Achtzehnter Sonntag im Jahreskreis

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 24.07.2022 --- Siebzehnter Sonntag im Jahreskreis

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 17.07.2022 --- Sechszehnter Sonntag im Jahreskreis

Das Audio der Predigt wird am Montag/Dienstag online gestellt.

 

In diesen Tagen beginnen viele von uns ihre persönliche Ferien- und Urlaubszeit. Wunderbar, dass sich dann die Möglichkeit eröffnet, neu auf die Grundausrichtung des eigenen Lebens zu schauen. Viele können im Urlaub besser zu Ruhe kommen, besser eigenen Gedanken nachgehen und Gefühle zulassen, für die im Alltag oft zu wenig Raum ist. Warum nicht gerade im Urlaub auch bewusst kleinere (oder größere) Zeiten der Stille, des Nachdenkens, auch des bewussten Gebets zulassen oder auch direkt suchen? Wir brauchen diese Zeiten der Entspannung, der Regeneration, auch der Stille, damit wir das Leben in allen Facetten erleben können.

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 10.07.2022 --- Fünfzehnter Sonntag im Jahreskreis

“Wer ist mein Nächster?” Diese Frage eines Schriftgelehrten im Evangelium beantwortet Jesus mit der bekannten Geschichte vom “barmherzigen Samariter”. Theoretisch ist uns völlig klar, dass dem, der unter die Räuber gefallen ist, geholfen werden muss. Praktisch ist es oft schwer, zu erkennen, wie ich im Alltag helfen kann. Je näher uns die Menschen stehen, umso leichter ist es, die Verantwortung für die Anderen wahrzunehmen. Immer, wenn Menschen, die wir kennen, mit denen wir unmittelbar verbunden sind, konkret Not erleben, gibt es eine ausgesprochen große Hilfsbereitschaft. Wie aber ist zu handeln, wenn nicht nur Einzelne betroffen sind, sondern größere Gruppen, ja, wenn ganze Völker “unter die Räuber” gefallen sind? Und was heißt dann, barmherzig zu handeln? Die Globalisierung macht deutlich, dass wir in einer weltweiten Verbindung untereinander stehen. Unser Handeln und Unterlassen hier hat Auswirkungen auf Menschen, die wir gar nicht kennen, denen gegenüber wir aber dennoch verantwortlich sind. Christsein ist nicht nur eine individuelle sondern eine globale Herausforderung. Das führt uns zwar unsere beschränkten Hilfsmöglichkeiten vor Auge. Aber trotzdem ist es entscheidend, dass wir um diese weltweite Vernetzung wissen und sie in unser Denken und Handeln einbeziehen. Weltweite Verantwortung ist nicht erst mit der globalisierten Vernetzung der Weltwirtschaft entstanden. Christen wissen sich der “universalen Liebe” verpflichtet. Der gemeinsame Gottesdienst und das Hören auf Gottes Wort hilft uns, diese universale Dimension unseres Lebens nicht zu vergessen.

Glaubenszeugnis Ulrike Knobbe --- 02.07.2022 (Samstag) --- Vierzehnter Sonntag im Jahreskreis

Vor einigen Jahren habe ich an einem Exerzitienkurs zum Vater unser teilgenommen. Seitdem ist mir der Gebetsruf: „Dein Reich komme!“ besonders wichtig geworden. Für mich ist es der zentrale Satz des Vaterunser, den wir alle so oft sprechen, leider oft auch etwas gedankenlos.
Warum gerade dieser Satz?

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 26.06.2022 --- Dreizehnter Sonntag im Jahreskreis

Der Krieg in der Ukraine beschäftigt uns weiterhin. Und die Frage, wie wir mit Putins Russland umgehen. Mit aller Macht das Unrecht bekämpfen! Auch mit schweren Waffen. - Wie sollte man sonst sinnvoll reagieren können? Tatsächlich: Mich treibt zuerst DIESE Frage um. Wie könnte man SONST reagieren?

Das Unrecht kann man nicht einfach hinnehmen. Aber das Heil mit den Waffen suchen? Daran glaube ich auch nicht. Im Evangelium hören wir heute, wie die Freunde Jesu ihre Gegner voller Zorn mit „Feuer vom Himmel“, vernichten wollen. Jesus weißt sie zurecht: „ Ihr wisst nicht, was ihr da redet“, sagt er. Der Einsatz für das Reich Gottes, für eine gerechte Welt sieht für ihn anders aus.

Es bleibt die Frage nach den Alternativen. Die treibt mich um. Finden wir als Christen nicht auch andere Wege, als nur den gewaltsame Kampf mit den Waffen zu führen? Das ist auch eine Frage nach dem Überleben der Welt.

Glaubenszeugnis Bärbel Meyer --- 25.06.2022 (Samstag) --- Dreizehnter Sonntag im Jahreskreis

Heute haben wir es mit einem verstörenden Evangelium zu tun, das herausfordert und vielleicht sogar zum Widerspruch von unserer Seite führt. Das kann doch nicht wahr sein, was Jesus uns bzw. den Menschen damals zumutet. Auch ich hätte mir ein anderes Evangelium gewünscht, um es auszulegen und darüber zu sprechen. Es ist schwere Kost.

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 19.06.2022 --- Zwölfter Sonntag im Jahreskreis

Im Evangelium an diesem Sonntag hören wir die Frage Jesu an seine Jünger: “Für wen halten mich die Leute?” Heute sind wir in unserer Gesellschaft, in unserer Zeit in der Gefahr, dass das Versagen der Kirche den Blick auf Jesus verstellt. Die Menschen fragen nicht mehr nach ihm, nach seiner Botschaft, nach seinem Reden von Gott, weil ihnen die Kirche unglaubwürdig geworden ist.

Nach der ersten Welle der Empörung über die Missbrauchstäter im Priestergewand erfahren wir jetzt immer deutlicher, wie erschreckend wenig Verantwortliche sich um die Opfer gekümmert haben. Viele wussten, was geschah – und ihre Sorge galt der “Heiligkeit der Kirche”, nicht denen, die oftmals für ihr Leben gezeichnet, verletzt und beschädigt waren. Dieses Versagen wird bis in die allerhöchsten Spitzen der katholischen Kirche sichtbar. Ein Verantwortlicher sagte  vor kurzem mit großer Betroffenheit: “Wir haben nicht die Opfer im Blick gehabt!” In diesem schlichten Satz wird das ganze Ausmaß des Versagens zusammengefasst. Was sagt uns das für unser christliches Leben?

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 12.06.2022 --- Dreifaltigkeitssonntag

An diesem Sonntag, dem Dreifaltigkeitssonntag, feiern wir die Größe Gottes, der all unser Verstehen übersteigt und der nicht einfach “ein Teil” unserer Weltvorstellung ist. Der “Gott über uns”, der Ursprung von allem, ist auch der “Gott neben uns”, der sich in Jesus Christus zeigt. Und er ist auch der “Gott in uns”, der uns mit seiner Kraft erfüllt und uns zur Liebe befähigt. Ihn nennen wir “Vater, Sohn und Heiliger Geist”, den “dreifaltigen Gott”, von dem wir leben.

Predigt Bischofsvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke --- Pfingstmontag --- 06.06.2022

Pfingstmontag firmte der ehemalige Generalvikar unseres Bistums, Bischofsvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke 23 junge Menschen in Sankt Familia. Er hielt auch die Predigt, die hier nachzuhören ist.

Predigt Pfr. Harald Fischer --- Pfingsten --- 04./05..06.2022

Wenn man Menschen in Kassel nach dem Inhalt des Pfingstfestes fragt, würden vermutlich sehr viele, wahrscheinlich sogar die meisten, nur auf das traditionelle Stadtfest hinweisen können. Pfingsten als spirituelles Fest ist wohl sehr vielen unbekannt. Weihnachten haben wir das Kind in der Krippe und Ostern den Auferstandenen als Glaubensinhalte. Aber wie sollte man einen “Geist” und sei er noch so heilig, fassen können? Und dennoch ist Pfingsten das Fest, ohne das es die Kirche und die Glaubensverkündigung nicht geben würde.

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 7. Sonntag nach Ostern --- 28./29.05.2022

Die Zeit nach Ostern ist eine Art Vorbereitungszeit auf diesen Gottesgeist, der an Pfingsten in den Jüngern voll und ganz sichtbar wird. Wie die Jünger und Jüngerinnen bereiten wir uns als christliche Gemeinde in dieser Zeit zwischen Ostern und Pfingsten darauf vor, voll und ganz “geistfähig” zu werden. Wie sie stehen wir in einem Glaubensprozess, der uns weiterführen will. Die Osterfreude will uns ganz erfassen und unseren Lebensalltag prägen.
Die gemeinsamen Gottesdienste in unserer Glaubensgemeinschaft helfen uns, diesen Glaubensprozess weiterzuführen und uns schließlich selber als Gottes Gesandte in dieser Welt zu verstehen.

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 5. Sonntag nach Ostern (Samstag) --- 14./15.05.2022

„Glaube hat Zukunft! – so hat eine Gemeinde ein Seminar für ein gemeinsamen Wochenende überschrieben. Griffig! Aber es stellt sich schnell die Frage: Stimmt die Überschrift? Müsste es nicht heißen: „Hat Glaube Zukunft?“ – mit einem großen Fragezeichen versehen? Unsere Wahrnehmung scheint doch zu sagen: Nein! Im Gegenteil! Glaube ist doch auf dem Rückzug. Glaube ist nur noch was für Ältere. Mit ähnlichen Fragen musste sich die junge Gemeinde nach dem Tod Jesu auseinandersetzen. Die Apostelgeschichte, aus der wir in diesen Tagen im Gottesdienst hören, erzählt davon ...

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(Predigt am Samstag; am Sonntag feierte Sankt Familia Erstkommunion.)

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 4. Sonntag nach Ostern --- 08.05.2022

Im Evangelium dieses Sonntags hören wir Jesus sagen: “Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir!” (Joh 10,27) Manchen Menschen fällt es heute nicht so leicht, das Bildwort des “Schafes” auf sich gemünzt zu hören. Aber “die Stimme” Jesu zu hören, ist mit einer Verheißung verbunden, die stärkend und gleichzeitig herausfordernd sein kann. Wie aber erkenne ich diese Stimme, damit ich ihr folgen kann?

Vortrag Clemens Ronnefeldt --- Sonntag, 01.05.2022

Clemens Ronnefeldt ist seit 1992 Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des internationalen Versöhnungsbundes und hat sich intensiv mit dem Krieg in der Ukraine beschäftigt. Er spricht über Hintergründe und Perspektiven.

Einen ähnlichen Vortrag hielt Clemens Ronnefeldt am 2. Mai 2022 online im Youtube-Kanal des Versöhnungsbundes. Dort kann auch seine Präsentation mitverfolgt werden:

Predigt Pfr. Harald Fischer --- 2. Sonntag nach Ostern --- 24.04.2022

Die Osterevangelien erzählen, wie die Jünger und die Jüngerinnen Jesu nach der Katastrophe der Kreuzigung am Karfreitag neuen Mut für ihr Leben finden konnten und wie der Glaube an die Auferweckung Jesu in ihnen gewachsen ist. Diese Erzählungen helfen uns, unseren Glauben zu stärken und eigene Auferstehungserfahrungen in unserem Leben entdecken zu können.

Montags: die Predigt als Audio

Mittlerweile (Stand: 23. April 2022) sind die Corona-Abstandsregeln weitgehend aufgehoben und es ist möglich, die Gottesdienste wieder unbeschränkter persönlich mitzufeiern. Deshalb haben wir beschlossen, sowohl die Verschriftlichung der Predigten als auch die Videoaufnahmen einzustellen.

Wir wollen auch nicht auf Dauer eine Alternative zur persönlichen Mitfeier des Gottesdienstes fördern. Allerdings behalten wir weiterhin die Praxis bei, die es auch schon vor den Corona-Beschränkungen gab: Die Predigten des Sonntagsgottesdienstes werden jeweils im Gottesdienst aufgenommen und dann im Nachhinein, also ab Montag der neuen Woche, hier veröffentlicht.

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