Dreiteilige Vortragsreihe > Friedensfähig in Kriegszeiten

Wortsignet "Friedensgutachten 2022"

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat die europäische Sicherheitsarchitektur zum Einsturz gebracht. Auch neun Monate nach Kriegsbeginn ist das Ende offen, eine Verhandlungslösung weiterhin nicht in Sicht. Das Friedensgutachten 2022, herausgegeben von den vier führenden deutschen Friedens- und Konfliktforschungsinstituten, analysiert die Eskalation, zeigt Folgen für die Ukraine und die Region auf und richtet den Blick auf die Neuausrichtung der deutschen und europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Die globalen Implikationen des Krieges, die Erfolgsbedingungen und Grenzen von Sanktionen sowie die Krise der globalen nuklearen Ordnung werden im Gutachten diskutiert.

 

Über Europa hinaus

Auch über Europa hinaus gilt es, neue friedenspolitische Akzente zu setzen – beispielsweise im Umgang mit dschihadistischen Gewaltakteuren oder im Kampf gegen die grassierende Gewalt und Diskriminierung gegenüber Frauen und LGBTQI*-Minderheiten in Konflikten und Nachkriegsgesellschaften. Im Innern der Demokratien sind die Kompetenzen der Sicherheitsinstitutionen im Schatten von Terrorgefahr, Pandemie und Extremismus stetig ausgeweitet worden und bedürfen einer effektiveren demokratischen Kontrolle.

 

Dreiteilige Vortragsreihe, eine Kooperation der Katholischen Kirche Kassel mit dem Evangelischen Forum Kassel

In einer dreiteiligen Vortragsreihe werden Expert:innen des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung das Friedensgutachten vorstellen.

  • 14. Dezember 2022, 19.30 Uhr im Evangelischen Forum
    Das Friedensgutachten 2022 – ein Gesamtüberblick
    - Referentin: Dr. Claudia Baumgart-Ochse ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK/PRIF) im Programmbereich „Transnationale Politik“ und die Redaktionsleiterin des Friedensgutachtens. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich u.a. mit der Rolle von Religion in Konflikten, der Politik Israels und dem Nahost-Konflikt. Sie studierte Politikwissenschaft, Jüdisch-Christlichen Religionswissenschaft und Neuere Deutschen Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt sowie an der University of London und promovierte an der Universität Frankfurt. Sie war zudem als Gastforscherin am Kroc Institute for International Peace Studies an der University of Notre Dame in Indiana/USA tätig.
  • 1. März 2023, 19.30 Uhr, Alfred-Delp-Haus/Sankt Familia (Kölnische Str. 51)
    Gender, Diversität und Gewalt: Feministische Außenpolitik
    - Dr. Simone Wisotzki ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Programmbereich „Internationale Sicherheit“ des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK/PRIF). Sie studierte Politikwissenschaften, Anglistik sowie Mittlere und Neuere Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, wo sie 2001 promovierte. Sie forscht zu humanitärer Rüstungskontrolle (Landminen, Clustermunition, Klein- und Leichtwaffen), Rüstungsexporten und Geschlechterperspektiven in der Friedens- und Konfliktforschung. Sie ist Co-Vorsitzende der Gemeinsamen Kommission Kirche und Entwicklung (GKKE) Fachgruppe Rüstungsexporte.
  • 29. März 2023, 19.30 Uhr, Alfred-Delp-Haus/Sankt Familia (Kölnische Str. 51)
    Abrüsten statt Wettrüsten: Nukleare Ordnung nach der Zeitenwende
    - Referentin: Dr. Caroline Fehl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Programmbereich „Internationale Sicherheit“ und Vorstandsmitglied am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK/PRIF). Ihre Forschung konzentriert sich auf internationale Normen, Institutionen und Organisationen im Bereich der Rüstungskontrolle, Völkerrecht und internationale Strafjustiz. Sie studierte Politikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Romanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der FU Berlin und der Columbia University, New York, promovierte an der University of Oxford. Aktuell vertritt sie die Professur „Internationale Institutionen und Friedensprozesse“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Das Friedensgutachten 2022 analysiert Krisen und Herausforderungen, gibt einen Überblick über die aktuellen Gewaltkonflikte, zeigt Trends der Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik auf und gibt Empfehlungen für Bundestag und Bundesregierung.

Mit seinen konkreten Handlungsempfehlungen ist das Gutachten ein zentrales Medium für den Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Die deutschen Friedensforschungsinstitute (BICC/HSFK/IFSH/INEF) geben das Gutachten seit 1987 heraus.
Das Friedensgutachten gibt es kostenlos online unter www.friedensgutachten.de, im Buchhandel oder direkt beim transcript Verlag.

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