Unterstützerkreis Kirchenasyl

Seit 2015 engagiert sich unsere Gemeinde im “Kirchenasyl”. Das heißt: Wir haben immer wieder Menschen aufgenommen, die als Flüchtlinge in Gefahr waren, in ihre Heimat oder in ein anderes europäisches Land abgeschoben zu werden. Derzeit sind wir in unserer Gemeinde für fast 20 Flüchtlinge verantwortlich; die meisten von ihnen sind im Kirchenasyl. Es sind Menschen aus Eritrea, Afghanistan, Iran, Syrien und Somalia, fast alle zwischen 18 – 22 Jahre alt. Gerade jetzt leben im Pfarrhaus auch 3 Kinder im Alter von 3 und vier Jahren mit ihren beiden Müttern aus Somalia und Afghanistan.

Uralte Tradition
Das Kirchenasyl ist eine uralte Tradition, das aber keinen eigenen Rechtsstatus hat. Es gibt zwar eine Vereinbarung zwischen Staat und Kirche, die die Schritte des Kirchenasyls festlegen.Wir melden jeden Flüchtling, den wir aufnehmen, sowohl bei der Bundesbehörde (dem BAMF), bei der zuständigen Ausländerbehörde und bei der Stadt Kassel an. Da die Geflüchteten aber keinen legalen Aufenthaltsstatus haben, hätte der Staat trotzdem das Recht, sie abzuschieben. Allerdings respektiert der Staat die kirchlichen Gebäude und dringt nicht mit Polizeigewalt bei uns ein.

Kirchen sind kein rechtsfreier Raum
Die Kirchen sind ja kein rechtsfreier Raum. Deshalb setzt uns die Gewährung von Kirchenasyl in eine hohe moralische Verantwortung, mit diesem Instrument sorgfältig umzugehen und in jedem Einzelfall die Umstände zu prüfen. Wir nehmen nur Menschen ins Kirchenasyl auf, die unter einer besonders schwerwiegenden humanitären Belastung leiden (psychische oder körperliche Erkrankung, traumatische Erfahrungen, die eine Abschiebung unmenschlich machen u.ä.). Dabei sehen wir uns unter dem biblischen Anspruch, sich besonders den notleidenden, den verfolgten und heimatlosen Menschen zuzuwenden (vgl. Ex 22,20-26; Mt. 25,25 u.a.)

Die bisherige ablehnende Entscheidung noch einmal überprüfen
Das Kirchenasyl gibt dem Staat eine Frist, seine bisherige ablehnende Entscheidung noch einmal zu überprüfen. Bisher haben alle Menschen, die wir ins Kirchenasyl aufgenommen haben, nach dem Kirchenasyl ein Aufenthaltsrecht bekommen. Das zeigt, dass sich der Staat unserer Argumentation und unserer Sicht bisher jedes Mal anschließen konnte.

Hohe Akzeptanz in unserer Gemeinde
Wir sind sehr dankbar, dass unser Umgang mit den geflüchteten Menschen in unserer Gemeinde eine sehr hohe Akzeptanz erfährt. Die Gremien (Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat) tragen diese Arbeit voll und ganz mit. Sowohl der Bischof als auch der Generalvikar sind informiert. Auch wenn die inhaltlichen Entscheidungen und die Verantwortung bei der Gemeinde liegt, haben wir die grundsätzliche Unterstützung des Bistums.


Mehr Informationen zu Kirchenasyl finden Sie auf den Internetseiten der Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche e.V.
>>> www.kirchenasyl.de