293. Gemeindebrief zum 1. März 2026
Liebe Gemeinde,
wo Himmel und Erde sich berühren, fühlt sich der Mensch dem Göttlichen besonders nahe. Es gibt sie, diese Momente des tiefsten inneren Angerührtseins. Plötzlich reißt der Himmel auf und die Welt wird in ein anderes Licht getaucht. Vor allem Berge sind Orte der Begegnung mit dem Numinösen. Auch in der Bibel sind sie Schauplätze der Gottesbegegnung und der Offenbarung. So erscheint JHWH dem Mose im brennenden Dornbusch am Berg Horeb, und hier erhält er die Zehn Gebote. Auch der Prophet Elija hat sein Gipfelerlebnis am Horeb. In der Stunde seiner tiefsten Verzweiflung erkennt er Gott im „sanften, leisen Säuseln“ oder, wie Martin Buber übersetzt, als „Stimme eines verschwebenden Schweigens“.
Auch von Jesus hören wir immer wieder, dass er sich in die Bergeinsamkeit zurückzieht, um dort allein zu beten. Doch dieses Mal nimmt er drei seiner Jünger mit, und auch sie erleben einen unbeschreiblichen Moment himmlischer Wirklichkeit – Jesus als den geliebten Sohn Gottes (Mt 17,1-9).
Doch diese Vision verschwindet und zurück bleibt Jesus, der Menschensohn. Er verlässt den Berg seiner Verklärung und kehrt zu den Menschen zurück. An sie gibt er seine Gotteserfahrung, „der geliebte Sohn“ eines bedingungslos liebenden Gottes zu sein, weiter. Er predigt und heilt im Namen seines Gottes, des barmherzigen Vaters. So haben auch wir die Möglichkeit, diesen Gott kennen und lieben zu lernen und diese Stimme zu hören: Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter, an dir habe ich meinen Gefallen gefunden!
Gottesdienste am 28. Februar / 1. März
Samstag, 28. Februar, 17.00 Uhr: Vorabendgottesdienst (Gottesdienstleitung: Pfarrer André Lemmer).
Sonntag, 1. März, 10.30 Uhr: Familiengottesdienst mit Combo (Gottesdienstleitung: Familiengottesdienst-Team und Kaplan Thomas Smettan). In diesem Gottesdienst stellen sich unsere Kommunionkinder vor. Auch an diesem Sonntag laden wir zum Brunch im Alfred-Delp-Haus ein, in einer der Fastenzeit angemessenen Form und mit eingeschränktem Speisenangebot. Gerne können Sie eine passende Kleinigkeit zum gemeinsamen Essen beisteuern und vor dem Gottesdienst im Alfred-Delp-Haus abgeben.
Kurzfristige Änderungen in der Gottesdienstleitung sind möglich.
Die vollständige Gottesdienstordnung der nächsten Wochen finden Sie auf unserer Internetseite:
01.03. > 1. Fastenpredigt „Gerechtigkeit für die Gottlosen”
Thema der diesjährigen Fastenpredigten in Sankt Familia sind die verschiedenen Facetten von „Gerechtigkeit”. Es predigen der Neutestamentler Dr. Ansgar Wucherpfennig am 01.03.2026, der Benediktinerpater Anselm Grün OSB am 08.03.2026 sowie die Präsidentin des Bundessozialgerichts Dr. Christine Fuchsloch am 15.03.2026, jeweils um 17.00 Uhr in Sankt Familia. Herzliche Einladung!
Kreuzverhüllung 2026: Hungertuch von Prof. Dao Zing
Nach den Sonntagsgottesdiensten am 1. und 8. März bietet Angela Makowski, Kunsthistorikerin aus unserer Gemeinde, eine kurze Einführung in das Kunstwerk an, das in dieser Fastenzeit das große Kreuz verhüllt. Der chinesische Künstler Prof. Dao Zing ließ sich bei der Gestaltung von dem Satz aus der Bergpredigt inspirieren: „Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz.“ Interessierte treffen sich nach dem Gottesdienst im Altar-Vorraum.
Kreuzwegandachten im Elisabeth-Krankenhaus
In der Fastenzeit findet in der Kapelle des Elisabeth-Krankenhauses jeden Freitag um 15.00 Uhr eine Kreuzwegandacht statt. Dazu sind Sie alle herzlich eingeladen.
Pause beim Bibelteilen
Das Bibelteilen pausiert während der Fastenzeit. Danach laden wir, das sind Angela Makowski, Gyde Botsch und Bärbel Meyer, wieder herzlich alle Interessierten zum Austausch über das Evangelium des folgenden Sonntags ein.
Wir beginnen nach Ostern wieder am Mittwoch, dem 08.04.26, 19.00 Uhr und treffen uns ab dann 14-täglich.
Digitale Fastengespräche 2026 und Hirtenwort von Bischof Dr. Michael Gerber
Bischof Dr. Michael Gerber hat mit einem Hirtenwort zum 1. Fastensonntag, das Sie hier lesen oder als Audiodatei hören können, einen geistlichen Auftakt zur Fastenzeit gesetzt.
Daran anknüpfend lädt die Geistliche Prozessbegleitung des Bistums Fulda zu Fastengesprächen im digitalen Format ein. Ein biblischer Impuls wird in Gesprächen in Kleingruppen und im Plenum mit den Impulsgebern vertieft.
Termine und weitere Informationen
06.03. > Gottesdienst zum Weltgebetstag um 18.00 Uhr in Sankt. Familia
Unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last“ findet am Freitag, 6. März 2026 der Weltgebetstag statt. In diesem Jahr beschäftigt er sich mit der schwierigen Lebenssituation von Frauen und Mädchen in Nigeria, die – neben vielen weiteren Projekten weltweit – unterstützt werden sollen. Frauen der christlichen Kirchen Nigerias haben den diesjährigen Gottesdienst textlich und musikalisch vorbereitet. In ihrer Liturgie greifen sie gesellschaftliche Fragen auf, die den Menschen in ihrem Heimatland „unter den Nägeln brennen“.
Hier in Kassel feiern wir wieder in der ökumenischen Gemeinschaft der evangelischen Kreuzkirche, der methodistischen Paulusgemeinde und unserer Gemeinde Sankt Familia. Wir laden herzlich ein zum Gottesdienst und zum anschließenden Zusammensein im Alfred-Delp-Haus. Feiern Sie mit in der weltweiten Gemeinschaft des Weltgebetstages!
21.03. > Kleidersammlung "Aktion EINE WELT"
Gesammelt werden gut erhaltene, saubere Bekleidung, Schuhe (bitte paarweise gebündelt), Heimtextilien, Lederwaren und Stoffspielwaren. Kleidersäcke liegen demnächst in der Kirche aus, Sie können aber auch eigene Säcke verwenden. Bitte bis zum Freitagabend, 20. März, vor dem Alfred-Delp-Haus ablegen.
22.03. > Gemeindeversammlung Sankt Familia
Bereits heute möchten wir Sie zur Gemeindeversammlung von Sankt Familia einladen. Nach dem Sonntagsgottesdienst am 22. März kommen wir für ca. 1 Stunde im Alfred-Delp-Haus zusammen, um bei einer Tasse Kaffee über Themen ins Gespräch zu kommen, die unsere Gemeinde aktuell bewegen. Bitte merken Sie sich den Termin vor!
Vielleicht sollten wir als Christ*innen mehr von unseren Gipfelerfahrungen erzählen – wie diese Momente uns durch den Alltag und durch Tiefen des Lebens tragen und getragen haben, als der Himmel plötzlich aufging und sich ein neuer Weg auftat; wo ich Liebe erfahren habe, die mir Kraft gab, an mich zu glauben; wie ich gestärkt wurde, als mir meine Kräfte schwanden oder wie ich getröstet wurde, als ich nicht mehr weiter wusste. Vielleicht können so auch andere ihre Lebenserfahrungen mit Gott verbinden und sich so als ein geliebtes Kind Gottes erkennen.
Möge Gottes Liebe in dieser Woche durch uns erfahrbar werden.
Gabriele von Karais für das Leitungsteam von Sankt Familia
zum 1. März 2026, 2. Fastensonntag
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Besondere Bücher in Sankt Familia: Einladung zum Mitgestalten
Erinnerungsbuch
Wir haben in unserer Gemeinde ein “Erinnerungsbuch” eingeführt, das an die Verstorbenen aus unserer Gemeinde erinnern soll.
Wir laden Sie ein, selber ein Blatt für dieses Erinnerungsbuch für Ihre Verstorbenen zu gestalten, die in irgendeiner Weise mit unserer Gemeinde verbunden waren.
Die Gestaltung dieser Seite (ein DIN A 4 Blatt) kann in einer freien Weise erfolgen. Es sollten
- die Lebensdaten (Geburt, Tod),
- vielleicht ein Bild, ein Erinnerungswort zu sehen sein.
Geben Sie dieses Blatt bitte in der Sakristei oder im Pfarrbüro ab. Wir werden es dann in das Erinnerungsbuch einfügen. An dem jeweiligen Todesdatum wird das Blatt aufgeschlagen und zum Erinnern und Gebet einladen.
An den jeweiligen Sonntagen erinnern wir beim Todesgedenken der Verstorbenen, die in diesem Buch benannt sind.
Das Evangelienbuch von Sankt Familia
In unserer Gemeinde geben wir nach dem Sonntagsgottesdienst seit vielen Jahren das Evangelienbuch einer Person oder einer Familie mit, die dann den Text des Evangeliums für den kommenden Sonntag in das Buch schreibt.
Am Anfang des Kirchenjahres ist das Buch zunächst ganz leer und Woche für Woche füllt es sich mit dem jeweiligen Sonntagsevangelium. Jeder, jede Person, jede Familie schreibt, malt, gestaltet nach eigenen Ideen. Dadurch entstehen jeweils Seiten, die ganz unterschiedlich aussehen.
In den nächsten Wochen legen wir einige Evangelienbücher der vergangenen Jahre unter der Orgelempore auf die Tische zum Anschauen aus.
Schön, wenn Sie sich entscheiden, das aktuelle Evangeliar, aus dem wir im Moment das Evangelium vorlesen, mit dem Text für den kommenden Sonntag am Ende eines Gottesdienstes mal mitzunehmen und das Evangelium des nächsten Sonntags reinzuschreiben. Das “Wort Gottes” ist dann eine Woche bei Ihnen “beheimatet” und kommt aus Ihrer Lebenswirklichkeit zurück in unsere Gemeinde. Was für ein schönes Zeichen!
Sie können sich gern im Pfarrbüro melden, wenn Sie das Evangelium an einem bestimmten Sonntag mitnehmen wollen. Sie können sich aber auch gern spontan erst jeweils am Ende eines Gottesdienstes melden.