292. Gemeindebrief zum 22. Februar 2026
Liebe Gemeinde,
nun fängt eine besondere Zeit im Kirchenjahr an. Wir sehen es an der veränderten Gestaltung im Kirchenraum: es gibt keinen Blumenschmuck auf dem Altar, und das Kreuz ist verhüllt. Manche von Ihnen waren vielleicht am Aschermittwoch im Gottesdienst und haben ein Aschenkreuz auf die Stirn bekommen. All das sagt uns, dass die Fastenzeit jetzt beginnt.
Es ist gut, sich gerade am Beginn der Fastenzeit zu überlegen, mit welcher Sehnsucht, mit welchen Fragen oder mit welchem Ziel wir in diese Fastenzeit gehen. Ich denke, dass uns das heutige Evangelium (Mt 4, 1-11) dabei helfen kann. Jesus wird in der Wüste vom Teufel in Versuchung geführt. Wie können wir diese Szene in unsere heutige Sprache und unsere Alltagswirklichkeit übersetzen?
Wir alle kennen schwierige Situationen, in denen wir uns ärgern, nicht weiterwissen oder uns hilflos fühlen. Es fühlt sich nicht gut an, und wir müssen irgendwie reagieren, um uns wieder besser zu fühlen. Wir wollen nicht in diesen unangenehmen Gefühlen stecken bleiben.
Es gibt viele Möglichkeiten, auf Probleme zu reagieren. Manche lenken sich ab, indem sie in die sozialen Medien abtauchen. Andere werden aggressiv, und wieder andere nutzen Alkohol oder Drogen. Das sind nur einige Beispiele, und es ist gut, die Fastenzeit zu nutzen, um bei sich zu schauen, wie man in „Wüstensituationen“ reagiert.
Gottesdienste am 21./22. Februar
Samstag, 21. Februar, 17.00 Uhr: Wortgottesdienst mit Kommunionfeier (Gottesdienstleitung: Jörg Bader, Bärbel Meyer). Jugendliche aus der letzten Firmgruppe gestalten diesen Gottesdienst mit. Eine besonders herzliche Einladung an junge Menschen!
Sonntag, 22. Februar, 10.30 Uhr: Eucharistiefeier mit Kindergottesdienst (Gottesdienstleitung: Kaplan Daniel Schier).
Kurzfristige Änderungen in der Gottesdienstleitung sind möglich.
Die vollständige Gottesdienstordnung der nächsten Wochen finden Sie auf unserer Internetseite:
Kuchenspenden für das SonntagsEssen am 22. Februarunge Menschen
Wer möchte noch einen Kuchen für das SonntagEssen am 22. Februar backen? Mitgebrachte Kuchen können am Sonntag vor dem Gottesdienst direkt im Alfred-Delp-Haus abgegeben werden. Vielen Dank für Ihren liebevollen Beitrag zur Bewirtung unserer Gäste!
Kreuzverhüllung in der Fastenzeit
Wie in vielen Kirchen Kassels, so gibt es auch in Sankt Familia seit Jahrzehnten die Tradition der Kreuzverhüllung während der Fastenzeit. Von Aschermittwoch bis Ostern wird das Kreuz, Mittelpunkt des gottesdienstlichen Raumes, dem Blick entzogen. Unterschiedliche Versionen von „Verhüllung“ haben schon unser Nachdenken oder unsere Emotionen herausgefordert. Dieses Jahr haben wir aus unserem Bestand das Hungertuch des chinesischen Künstlers Prof. Dao Zing ausgewählt. Die Schlichtheit der Gestaltung lädt zu einem meditativen Zugang ein. Der Künstler hat sich von dem Satz aus der Bergpredigt inspirieren lassen: „Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz.“
Mehr über das Misereor-Hungertuch und die Fastenzeit in Sankt Familia
Pause beim Bibelteilen
Wir haben uns nun seit mehreren Monaten mit unterschiedlichen Menschen regelmäßig zum Bibelteilen getroffen und hatten viele sehr gute Gespräche. Das Bibelteilen pausiert während der Fastenzeit. Danach laden wir, das sind Angela Makowski, Gyde Botsch und Bärbel Meyer, wieder herzlich alle Interessierten zum Austausch über das Evangelium des folgenden Sonntags ein.
Der letzte Termin vor der Pause ist Mittwoch, der 25.02., um 19.00 Uhr im Alfred-Delp-Haus.
Wir beginnen nach Ostern wieder am Mittwoch, dem 08.04.26, 19.00 Uhr und treffen uns ab dann 14-täglich.
Digitale Fastengespräche 2026 und Hirtenwort von Bischof Dr. Michael Gerber
Bischof Dr. Michael Gerber hat mit einem Hirtenwort zum 1. Fastensonntag, das Sie hier lesen oder als Audiodatei hören können, einen geistlichen Auftakt zur Fastenzeit gesetzt.
Daran anknüpfend lädt die Geistliche Prozessbegleitung des Bistums Fulda zu drei Fastengesprächen im digitalen Format ein. Ein biblischer Impuls wird in Gesprächen in Kleingruppen und im Plenum mit den Impulsgebern vertieft. Die Gesprächsabende finden an folgenden Terminen statt:
Montag, 23.02.2026, 19.30-21.00 Uhr: Leib in der Krise – Begleitung in Krankheit (Impulsgeberin: Eva Maria Böhm, Krankenhausseelsorgerin)
Montag, 09.03.2026, 19.30-21.00 Uhr: Seele in der Krise – Begleitung in Trauer (Impulsgeberin: Elke Ciba, Gemeindereferentin, Seelsorgerin im Beerdigungsdienst)
Montag, 23.03.2026, 19.30-21.00 Uhr: Glaube in der Krise – Jesus als Begleiter (Impulsgeberin: Sr. DDr. Igna Kramp CJ, Neutestamentlerin und Geistliche Begleiterin)
Anmeldung unter: fastengespraeche@bistum-fulda.de
06.03. > Gottesdienst zum Weltgebetstag um 18.00 Uhr in Sankt. Familia
Unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last“ findet am Freitag, 6. März 2026 der Weltgebetstag statt. In diesem Jahr beschäftigt er sich mit der schwierigen Lebenssituation von Frauen und Mädchen in Nigeria, die – neben vielen weiteren Projekten weltweit – unterstützt werden sollen. Frauen der christlichen Kirchen Nigerias haben den diesjährigen Gottesdienst textlich und musikalisch vorbereitet. In ihrer Liturgie greifen sie gesellschaftliche Fragen auf, die den Menschen in ihrem Heimatland „unter den Nägeln brennen“.
Hier in Kassel feiern wir wieder in der ökumenischen Gemeinschaft der evangelischen Kreuzkirche, der methodistischen Paulusgemeinde und unserer Gemeinde Sankt Familia. Wir laden herzlich ein zum Gottesdienst und zum anschließenden Zusammensein im Alfred-Delp-Haus. Feiern Sie mit in der weltweiten Gemeinschaft des Weltgebetstages!
24.02. > Öffentliche Sitzung des Pfarrgemeinderates
Die Sitzungen des Pfarrgemeinderats von Sankt Familia sind grundsätzlich öffentlich. Jede/r Interessierte kann als Gast teilnehmen. Sie helfen uns, wenn Sie sich mit einer kurzen Mail an pfarrgemeinderat@sankt-familia.kassel.de anmelden. Die nächste Sitzung findet am Dienstag, 24.02.2026, um 19.30 Uhr im Alfred-Delp-Haus statt.
„Gerechtigkeit?!” – Fastenpredigten 2026 in Sankt Familia
Die verschiedenen Facetten von „Gerechtigkeit” sind Thema der diesjährigen Fastenpredigten. Gerichte sprechen in Urteilen Recht. Schaffen sie Gerechtigkeit? Menschen fühlen sich ungerecht behandelt, obwohl alles nach „Recht und Gesetz” geschieht, anderen werden Rechte abgesprochen ... - und die „Gerechtigkeit”. Biblisch wird von Gottes Gerechtigkeit gesprochen, die mit Barmherzigkeit korrespondiert. Sünder, die umkehren, werden belohnt und der „rechtschaffene Mensch” schaut zu ... Drei Prediger:innen werfen aus unterschiedlichen Perspektiven einen Blick auf „Gerechtigkeit?!”.
Es predigen der Neutestamentler Dr. Ansgar Wucherpfennig am 01.03.2026, der Benediktinerpater Anselm Grün OSB am 08.03.2026 sowie die Präsidentin des Bundessozialgerichts Dr. Christine Fuchsloch am 15.03.2026 jeweils um 17.00 Uhr in Sankt Familia. Herzliche Einladung!
Es ist tröstlich zu wissen, dass auch Jesus mit Versuchungen zu tun hatte. Das macht Mut, das eigene Verhalten auf den Prüfstand zu stellen. Ich kann mich fragen: Wie reagiere ich in schwierigen Situationen, und ist meine Strategie hilfreich?
Jesus sagt am Ende: „Weg mit dir, Satan!“ Vielleicht spüre ich, dass es Dinge gibt, wozu ich „Nein“ sagen müsste. Wo zeigt sich ein anderer, ein neuer Weg, mit Schwierigkeiten umzugehen?
Die hoffnungsvolle Botschaft aus dem Evangelium ist, dass es notwendig und möglich ist, Irrwege als solche zu erkennen und aus dem Wort Gottes heraus neue Orientierung zu finden. Wir alle sind eingeladen, auf das eigene Leben zu schauen und dort eigene Versuchungen wahrzunehmen. Es könnte ein Ziel für diese Fastenzeit sein, einer ganz bestimmten Versuchung entgegenzutreten, sich vorzunehmen sich anders zu verhalten und neue Erfahrungen zu machen. Es ist unsere Entscheidung, auf welche Stimmen wir hören wollen, und es ist unsere Chance.
Bärbel Meyer für das Leitungsteam von Sankt Familia
zum 22. Februar 2026, 1. Fastensonntag
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Besondere Bücher in Sankt Familia: Einladung zum Mitgestalten
Erinnerungsbuch
Wir haben in unserer Gemeinde ein “Erinnerungsbuch” eingeführt, das an die Verstorbenen aus unserer Gemeinde erinnern soll.
Wir laden Sie ein, selber ein Blatt für dieses Erinnerungsbuch für Ihre Verstorbenen zu gestalten, die in irgendeiner Weise mit unserer Gemeinde verbunden waren.
Die Gestaltung dieser Seite (ein DIN A 4 Blatt) kann in einer freien Weise erfolgen. Es sollten
- die Lebensdaten (Geburt, Tod),
- vielleicht ein Bild, ein Erinnerungswort zu sehen sein.
Geben Sie dieses Blatt bitte in der Sakristei oder im Pfarrbüro ab. Wir werden es dann in das Erinnerungsbuch einfügen. An dem jeweiligen Todesdatum wird das Blatt aufgeschlagen und zum Erinnern und Gebet einladen.
An den jeweiligen Sonntagen erinnern wir beim Todesgedenken der Verstorbenen, die in diesem Buch benannt sind.
Das Evangelienbuch von Sankt Familia
In unserer Gemeinde geben wir nach dem Sonntagsgottesdienst seit vielen Jahren das Evangelienbuch einer Person oder einer Familie mit, die dann den Text des Evangeliums für den kommenden Sonntag in das Buch schreibt.
Am Anfang des Kirchenjahres ist das Buch zunächst ganz leer und Woche für Woche füllt es sich mit dem jeweiligen Sonntagsevangelium. Jeder, jede Person, jede Familie schreibt, malt, gestaltet nach eigenen Ideen. Dadurch entstehen jeweils Seiten, die ganz unterschiedlich aussehen.
In den nächsten Wochen legen wir einige Evangelienbücher der vergangenen Jahre unter der Orgelempore auf die Tische zum Anschauen aus.
Schön, wenn Sie sich entscheiden, das aktuelle Evangeliar, aus dem wir im Moment das Evangelium vorlesen, mit dem Text für den kommenden Sonntag am Ende eines Gottesdienstes mal mitzunehmen und das Evangelium des nächsten Sonntags reinzuschreiben. Das “Wort Gottes” ist dann eine Woche bei Ihnen “beheimatet” und kommt aus Ihrer Lebenswirklichkeit zurück in unsere Gemeinde. Was für ein schönes Zeichen!
Sie können sich gern im Pfarrbüro melden, wenn Sie das Evangelium an einem bestimmten Sonntag mitnehmen wollen. Sie können sich aber auch gern spontan erst jeweils am Ende eines Gottesdienstes melden.