290. Gemeindebrief zum 8. Februar 2026
Liebe Gemeinde!
„Stell Dein Licht nicht unter den Scheffel!“ Dieses Sprachbild ist im Tagesevangelium dieses Sonntags (Mt 5,13-16) und auch im Markus- und Lukasevangelium überliefert. Es hat Eingang in unseren Schatz an Redewendungen gefunden. Zu zeigen, was man geleistet hat, welche Aufgaben man gut bewältigt hat, wo etwas wirklich gelungen ist – häufig halten wir uns damit zurück. Weil wir nicht unbescheiden wirken wollen, weil Eigenlob stinkt, weil schon die nächsten Herausforderungen anstehen und wir in Gedanken gar nicht mehr bei dem sind, was uns gut gelungen ist, sondern bei den Aufgaben, die wir noch zu bewältigen haben.
Ja, die Evangelien kennen auch die Warnung davor, sich zu rühmen, die eigene Frömmigkeit selbstgerecht vor sich her zu tragen. Ein gutes Leben zu führen, damit man vor anderen gut dasteht (Mt 6,1–4), ist sicherlich nicht die Haltung, die wir als Christ:innen anstreben sollen. Aber das, was wir selbst gut und richtig gemacht haben, verborgen zu halten, das von uns angezündete Licht „unter den Scheffel zu stellen“, das ist eben auch nicht das, was Gott von uns will. Warum nicht? Das Licht, das wir in die Welt tragen sollen, wird in der alttestamentlichen Lesung aus dem Jesajabuch inhaltlich näher bestimmt:
Wenn du Unterjochung aus deiner Mitte entfernst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemandem übel nachredest, den Hungrigen stärkst und den Gebeugten satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf (Jes 58,9–10).
Da gibt es Dunkelheit in der Welt: Armut, Hunger, Krieg, Konflikte … Obdachlose aufnehmen, Hungrige bekleiden, füreinander da sein – das ist ein Licht, das die Welt dringend braucht. Es unter den Scheffel zu stellen, wäre eine ganz falsche Bescheidenheit, die die Wirkung des guten Handelns sogar einschränkt. Ich finde das Bild mit dem Licht eindrücklich. Eine Kerze strahlt weit über sich hinaus, ihre Wirkung kann sich entfalten, wenn der Raum groß ist, wenn sie sogar noch auf einen Leuchter gehoben wird und sich der Schein weiter verbreiten kann.
Das eigene Licht auf einen Leuchter zu stellen – oft haben wir Angst davor, uns zu zeigen. Vielleicht sogar noch mehr Angst davor, uns in unserer Größe zu zeigen, als davor, unsere Bedürftigkeit und Schwäche sichtbar werden zu lassen. Ja, es braucht ein Gespür dafür, wann es um Prahlerei und egozentrisches Protz-Gehabe geht und wann es angemessen ist, mich in dem, was ich kann, zu zeigen.
Nur so kann eine Gemeinschaft entstehen, von der Licht für die Welt ausgeht: wenn wir einander das Licht zeigen, das wir in uns tragen. Einander darin unterstützen und bestärken. Und dieses Leuchten in eine Welt tragen, die es bitter nötig hat.
Gottesdienste am 7. / 8. Februar
Samstag, 37. Februar, 17.00 Uhr: Gottesdienst für den Frieden (Gottesdienstleitung: Gabriele von Karais / Brigitte Seling; Impuls: Jan Uhlenbrock).
Sonntag, 8. Februar, 10.30 Uhr: Eucharistiefeier mit Kindergottesdienst (Gottesdienstleitung: Kaplan Daniel Schier). An diesem Sonntag, dem ersten nach Maria Lichtmess, werden die Kerzen gesegnet, die das Jahr über in unserer Kirche leuchten. Nach dem Gottesdienst ist Gelegenheit, persönlich den Blasiussegen zu empfangen.
Kurzfristige Änderungen in der Gottesdienstleitung sind möglich.
Die vollständige Gottesdienstordnung der nächsten Wochen finden Sie auf unserer Internetseite:
Ein großes Dankeschön!
An dieser Stelle wollen wir all denen danken, die durch ihre Spenden zum Gelingen der von unserer Gemeinde organisierten Aktion Weihnachtsfreude und des Dreikönigssingens (Sternsingens) beigetragen haben.
Auf ihrer Reise von Haus zu Haus wurden von den ausgesendeten Sternsingern insgesamt 2.723,37 Euro an Spenden eingesammelt. Der Erlös fließt in den Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Die kleinen und größeren Königinnen und Könige bedanken sich sehr herzlich bei Ihnen!
Bei der Aktion Weihnachtsfreude wurden an den vier Adventswochenenden insgesamt 1.732,00 Euro an Spenden eingenommen. Hierzu ein kurzer Auszug aus dem Dankschreiben von Sebastian Wolf vom Caritasverband Nordhessen Kassel e.V.:
„Wir haben in den Tagen vor Weihnachten Gutscheine an über 200 Familien und Einzelpersonen überreicht und konnten die Versorgung der Bahnhofsmission sicherstellen. Das ist möglich durch Ihr großartiges Engagement. Es ist auch eine Wertschätzung unserer Arbeit, zu der Sie mit einer Spende in Höhe von 1.732,00 Euro beigetragen haben. [...] Miteinander können wir so Türen öffnen und hoffnungsvolle Zeichen setzen. Unsere Klientinnen und Klienten danken es Ihnen genauso wie wir!“
Hier finden Sie das vollständige Dankschreiben der Caritas, das auch als Aushang im Schaukasten neben der Bushaltestelle zu lesen ist.
Einladung: Das Evangeliar von Sankt Familia mitgestalten
Schon seit vielen Jahren – nämlich seit dem „Jahr der Bibel“ 2003 – wird das Evangeliar an jedem Sonntag einem Mitglied der Gemeinde oder einer Familie mitgegeben, zusammen mit der Bitte, im Laufe der Woche das Sonntagsevangelium aufzuschreiben und zu gestalten. Dadurch ist das Evangelium jeweils für eine Woche Teil des Alltags zuhause: Gelegenheit, den Text intensiv kennenzulernen und sich persönlich mit den Worten zu verbinden. Die Gestaltung muss nicht anspruchsvoll oder besonders kreativ sein. Wichtig ist, den (bereits beigelegten) Text leserlich aufzuschreiben. Wer es möchte, darf sehr gerne zeichnen, malen und verzieren. Jede und jeder bringt sich nach seinen/ihren Möglichkeiten ein. So sind schon viele wunderbare Bücher entstanden.
Wir freuen uns über jede und jeden, der/die dazu beiträgt. Das geht übrigens auch, wenn Sie am folgenden Sonntag nicht zum Gottesdienst kommen können: Sie dürfen das Evangeliar auch gerne im Pfarrbüro oder am Samstag in der Vorabendmesse abgeben. Der Küster kümmert sich dann um die Übergabe im Sonntagsgottesdienst.
Herzliche Einladung an alle Gemeindemitglieder: Nehmen Sie das Evangeliar mit nach Hause und lassen Sie sich vom Bibeltext inspirieren!
07.02. > Gemeindewanderung durchs Firnsbachtal
Die nächste Gemeindewanderung führt uns ins schöne Firnsbachtal.
Wir treffen uns am Samstag, 7. Februar, um 10:00 Uhr am Parkplatz der Tram 4, Endhaltestelle Druseltal (z.B. Ankunft mit Bus 51 um 9.56 Uhr). Von dort aus fahren wir ca. 15 Minuten mit Fahrgemeinschaften zum Wanderparkplatz Firnsbachtal, der leider nicht mit dem ÖPNV erreichbar ist.
Vom Wanderparkplatz aus führt der Rundweg durch die eindrucksvolle Firnsbachklamm und steigt dann leicht an. Durch den Hochwald gelangen wir zur „Teufelsmauer“, einer hohen und langen Basaltwand, und genießen vom Hirzsteinblick einen herrlichen Ausblick über die Gemeinde Schauenburg. Auf absteigendem Weg umrunden wir den Berg und können, kurz bevor wir wieder im Firnsbachtal ankommen, noch die Basis des Hirzsteins besuchen, eine gewaltige Steilwand, an der seltene Tier- und Pflanzenarten zuhause sind.
Die Wanderung ist ca. 8 km lang, ca. 300 Höhenmeter, Gehzeit ca. 2,5-3 Stunden. Teilweise ist der Weg sehr steinig und uneben, daher ist festes Schuhwerk Voraussetzung. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Einkehr im „Landgasthaus unteres Firnsbachtal“.
Leitung: Heike Jablonski
10.02. > Offener Treff
Am Dienstag, dem 10. Februar findet von 16.00 bis 18.00 Uhr im Gruppenraum des Alfred-Delp-Hauses wieder der „Offene Treff“ statt. Herzliche Einladung an alle, die Lust auf Begegnungen, gemütliches Kaffeetrinken und künftige gemeinsame Unternehmungen haben!
21.02. > Wortgottesdienst mit besonderer Einladung an junge Menschen
Bärbel Meyer und Jörg Bader laden zum Wortgottesdienst am Samstag, dem 21. Februar, um 17.00 Uhr besonders die Jugendlichen aus der Gemeinde ein. Dieses Mal wirken Jugendliche aus der letzten Firmgruppe bei der Gestaltung mit. Außerdem werden Lieder aus dem Jubilate-Buch gesungen und musikalisch passend begleitet.
Alle sind willkommen – sagen Sie es gerne an die Jugendlichen und jungen Leute weiter!
Einladung zum Mitmachen: Projektchor und Lesegruppe zur Gestaltung der Passion
1. Chorprojekt: Ein Projektchor wird den Passionsgottesdienst am Karfreitag in besonderer Weise mitgestalten. Menschen, die sich mit mehrstimmigen Liedern und Chorsätzen, Sprechstücken, Körper-, Atem- und Stimmübungen auf einen gemeinsamen Weg durch die Fastenzeit machen wollen und den Karfreitagsgottesdienst singend mitgestalten möchten, sind herzlich eingeladen.
2. Leseprojekt: Wir werden Zugänge zur Passion suchen und die Lesung der Passion am Karfreitag gestalten. Menschen, die mit dem Text gemeinsame Schritte in der Fastenzeit gehen und den Karfreitagsgottesdienst lesend mitgestalten wollen, sind herzlich eingeladen.
Leitung Projektchor: Merle Clasen; Leitung Lesegruppe: Martin Pujiula.
Hier finden Sie alle Probentermine und Informationen zur Anmeldung.
04.–11.03. > Heilfastenwoche in der Fastenzeit
Viele Menschen gestalten die Fastenzeit in einer besonderen Weise, um sich so auf die Osterfesttage vorzubereiten. Eine der vielen Möglichkeiten besteht in der Teilnahme an einer Heilfastenwoche, die vom 4. bis 11. März angeboten wird. Zu Beginn stehen ein oder zwei Entlastungstage, am Ende gibt es entsprechend Aufbautage. An den Abenden der Fastenwoche gibt es das Angebot für die Fastenden, jeweils um 19.00 Uhr im Alfred-Delp-Haus für ca. eine Stunde zusammenzukommen: zum Austausch, zu Fragen rund um das Fasten und zu einem geistlichen Impuls.
Am Aschermittwoch, 18. Februar, um 19.30 Uhr gibt es im Alfred-Delp-Haus einen Informationsabend zum Heilfasten und die Möglichkeit zu Rückfragen.
Anmeldung: harald.fischer@bistum-fulda.de
Leitung der Heilfastenwoche: Dr. med. Uwe Siedentopp; Pfarrer i.R. Harald Fischer, Exerzitienseelsorger
„Gerechtigkeit?!” – Fastenpredigten 2026 in Sankt Familia
Die verschiedenen Facetten von „Gerechtigkeit” sind Thema der diesjährigen Fastenpredigten. Gerichte sprechen in Urteilen Recht. Schaffen sie Gerechtigkeit? Menschen fühlen sich ungerecht behandelt, obwohl alles nach „Recht und Gesetz” geschieht, anderen werden Rechte abgesprochen ... - und die „Gerechtigkeit”. Biblisch wird von Gottes Gerechtigkeit gesprochen, die mit Barmherzigkeit korrespondiert. Sünder, die umkehren, werden belohnt und der „rechtschaffene Mensch” schaut zu ... Drei Prediger:innen werfen aus unterschiedlichen Perspektiven einen Blick auf „Gerechtigkeit?!”.
Es predigen der Neutestamentler Dr. Ansgar Wucherpfennig am 01.03.2026, der Benediktinerpater Anselm Grün OSB am 08.03.2026 sowie die Präsidentin des Bundessozialgerichts Dr. Christine Fuchsloch am 15.03.2026 jeweils um 17.00 Uhr in Sankt Familia. Herzliche Einladung!
Bibelteilen: Mittwochs um 19.00 Uhr, Alfred-Delp-Haus
Einmal wöchentlich gibt es das unverbindliche Angebot, sich in einem offenen Bibelkreis für ca. 1 Stunde zum gemeinsamen Bibelteilen zu treffen. Neue und erfahrene Interessierte sind eingeladen zu einem spirituellen Austausch über eigene Gedanken zum jeweiligen Sonntagsevangelium.
Für mich ist es eine gute Übung, am Abend eines Tages danach zu fragen, was ich Gutes erfahren habe. Es ist aber auch ein Schritt, jeden Abend einen kleinen Punkt zu finden, an dem ich etwas gut gemacht habe, mir etwas gelungen ist. Für beides – das Geschenkte und das Geleistete – gilt es dankbar zu sein, und beides kann in diese Welt hinein ausstrahlen. Ich wünsche uns allen eine Woche, in der das Licht, das nun in unserem Tagesrhythmus wieder stärker wird, auch in und zwischen uns leuchten darf.
Werden wir Friede und bringen Hoffnung und Zuversicht in unsere Welt.
Ilse Müllner im Auftrag des Leitungsteams von Sankt Familia
zum 8. Februar 2026, 5. Sonntag im Jahreskreis
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Besondere Bücher in Sankt Familia: Einladung zum Mitgestalten
Erinnerungsbuch
Wir haben in unserer Gemeinde ein “Erinnerungsbuch” eingeführt, das an die Verstorbenen aus unserer Gemeinde erinnern soll.
Wir laden Sie ein, selber ein Blatt für dieses Erinnerungsbuch für Ihre Verstorbenen zu gestalten, die in irgendeiner Weise mit unserer Gemeinde verbunden waren.
Die Gestaltung dieser Seite (ein DIN A 4 Blatt) kann in einer freien Weise erfolgen. Es sollten
- die Lebensdaten (Geburt, Tod),
- vielleicht ein Bild, ein Erinnerungswort zu sehen sein.
Geben Sie dieses Blatt bitte in der Sakristei oder im Pfarrbüro ab. Wir werden es dann in das Erinnerungsbuch einfügen. An dem jeweiligen Todesdatum wird das Blatt aufgeschlagen und zum Erinnern und Gebet einladen.
An den jeweiligen Sonntagen erinnern wir beim Todesgedenken der Verstorbenen, die in diesem Buch benannt sind.
Das Evangelienbuch von Sankt Familia
In unserer Gemeinde geben wir nach dem Sonntagsgottesdienst seit vielen Jahren das Evangelienbuch einer Person oder einer Familie mit, die dann den Text des Evangeliums für den kommenden Sonntag in das Buch schreibt.
Am Anfang des Kirchenjahres ist das Buch zunächst ganz leer und Woche für Woche füllt es sich mit dem jeweiligen Sonntagsevangelium. Jeder, jede Person, jede Familie schreibt, malt, gestaltet nach eigenen Ideen. Dadurch entstehen jeweils Seiten, die ganz unterschiedlich aussehen.
In den nächsten Wochen legen wir einige Evangelienbücher der vergangenen Jahre unter der Orgelempore auf die Tische zum Anschauen aus.
Schön, wenn Sie sich entscheiden, das aktuelle Evangeliar, aus dem wir im Moment das Evangelium vorlesen, mit dem Text für den kommenden Sonntag am Ende eines Gottesdienstes mal mitzunehmen und das Evangelium des nächsten Sonntags reinzuschreiben. Das “Wort Gottes” ist dann eine Woche bei Ihnen “beheimatet” und kommt aus Ihrer Lebenswirklichkeit zurück in unsere Gemeinde. Was für ein schönes Zeichen!
Sie können sich gern im Pfarrbüro melden, wenn Sie das Evangelium an einem bestimmten Sonntag mitnehmen wollen. Sie können sich aber auch gern spontan erst jeweils am Ende eines Gottesdienstes melden.