285. Gemeindebrief zum 4. Januar 2026
Liebe Gemeinde!
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Dieses Evangelium vom heutigen Sonntag ist mein Lieblingsevangelium. Schon die ersten Worte haben einen Zauber und bewirken in mir eine tiefe Beruhigung und Geborgenheit. Vielleicht auch, weil man „Wort“ unterschiedlich übersetzen kann. Die Bibel in gerechter Sprache übersetzt es mit „Weisheit“. Der griechische Originaltext lautet: „en arche en ho Logos“. Logos bedeutet mehr als nur „Wort“ und kann als „Vernunft“, „Sinn“ oder „Weisheit“ verstanden werden.
Ken Wilber behandelt in seinem Buch „Eros, Kosmos, Logos“ den Logos als zentrale Dimension von Ordnung, Vernunft und Integration im Kosmos. Er bezeichnet Logos als spirituelle und ethische Orientierung.
Die Frohe Botschaft, die durch die Menschwerdung Jesu Christi verkündet wird, ist das, worin wir in unserem Leben Halt, Ausrichtung, spirituelle Heimat und damit Geborgenheit finden. Sie bringt Licht und Hoffnung in unser Leben. Vielleicht ist es genau diese Weisheit, die in mir so viel Zauber, Gewissheit und Vertrauen auslöst.
Gott, das All-Eine, das Ewige, ist auf der materiellen Ebene Mensch geworden: „Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“. Auf dieser Ebene ist er die historische Figur Jesus. Auf der spirituellen Ebene ist Jesus die Christuswirklichkeit. Mit dieser Christuswirklichkeit sind wir alle im Innersten verbunden. Wenn wir uns einsam, verlassen oder traurig fühlen, sind wir nicht damit verbunden, und erkennen nicht, dass Gott nie getrennt von uns ist, er ist immer da. In der Stille, mit unserer Achtsamkeit, verbunden mit unserem Atem, können wir wieder in die Anbindung, in die Verbindung kommen. Im Evangelium heißt es auch: „Die Weisheit war in der Welt und die Welt ist durch sie entstanden, aber die Welt hat sie nicht erkannt. In das Eigene kam sie, aber die Ihrigen haben sie nicht aufgenommen“. Wo begegnet mir Gott oder Jesus im Alltag? Wo kann ich sie erkennen und wo kann ich sie nicht erkennen?
Wie kann ich mich stärken, um aus der Angst wieder ins Vertrauen zu kommen? Wie oft sagt Jesus zu uns: „Fürchte dich nicht“, und wie schön, dass wir gewiss sein können, dass er uns immer hört.
Unsere spirituelle Heimat ist immer gegenwärtig in uns.
Dieses Vertrauen, diese zuversichtliche Gewissheit, diesen Trost, dass Gott uns immer hört und erhört, wünsche ich Ihnen allen.
Gottesdienste am 3./4. Januar
Samstag, 3. Januar, 17.00 Uhr: Vorabendgottesdienst (Gottesdienstleitung: Kaplan Daniel Schier).
Sonntag, 4. Januar, 10.30 Uhr: Eucharistiefeier (Gottesdienstleitung: Kaplan Thomas Smettan).
Kurzfristige Änderungen in der Gottesdienstleitung sind möglich.
Die vollständige Gottesdienstordnung der nächsten Wochen finden Sie auf unserer Internetseite:
Sonntag, 11. Januar 2026: Die Sternsinger kommen
Am Sonntag, 11. Januar 2026, werden die Sternsinger nach dem Familiengottesdienst in der Stadt Kassel unterwegs sein und Gottes Segen für das neue Jahr in die Häuser tragen. Wenn Sie den Besuch der Sternsinger an diesem Tag zwischen 12.30 Uhr und 15.30 Uhr wünschen, tragen Sie sich bitte bis zum Mittwoch, 7. Januar, in die Listen ein, die hinten in der Kirche ausliegen. Sie können sich auch im Pfarrbüro anmelden (Tel. 0561-15470) oder eine E-Mail an pfarrbuero@sankt-familia-kassel.de schicken.
Die Aktion Dreikönigssingen 2026 steht unter dem Motto „Schule statt Fabrik - Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Dieses Jahr sind Sternsinger im Alter von 2 bis 14 Jahren unterwegs, um Ihnen Gottes Segen zu wünschen.
Spenden für die Sternsinger von Sankt Familia können auch gerne direkt nach dem Familiengottesdienst oder im Pfarrbüro abgegeben werden. Auch Überweisungen sind möglich. Es danken ihnen alle Sternsinger von Sankt Familia, die Kinder in Jessore im Westen von Bangladesch sowie in Ghoraghat im Norden von Bangladesch, außerdem alle Kinder, die durch die Aktion unterstützt werden.
Im Anschluss an den Familiengottesdienst am 11. Januar sind Sie herzlich zum Brunch im Alfred-Delp-Haus eingeladen. Wir freuen uns, wenn Sie etwas zum gemeinsamen Essen beisteuern, z.B. einen selbstgemachten Salat oder Aufstrich. Mitgebrachte Speisen können vor dem Gottesdienst im Alfred-Delp-Haus abgegeben werden.
Unsere Werktagsgottesdienste ab Januar
Ab dem 7. Januar 2026 werden die Werktagsgottesdienste am Mittwoch um 18.30 Uhr in die Kapelle des Elisabeth-Krankenhauses verlegt. Mit dieser Neuerung, die wir zunächst versuchsweise bis zum Sommer 2026 umsetzen werden, wollen wir die Klinikseelsorge unterstützen, die schon seit vielen Jahren eng mit unserer Gemeinde verbunden ist.
Die Werktagsgottesdienste am Montag um 18.30 Uhr finden weiterhin in Sankt Familia statt.
Klinikseelsorger Jan Uhlenbrock sendet auf diesem Weg herzliche Grüße und eine ebenso herzliche Einladung, den Werktagsgottesdienst am Mittwochabend auch weiterhin zu besuchen. Um diese Uhrzeit gibt es übrigens ausreichend Parkplätze in der Nähe des Krankenhauseinganges.
Mehr über die Elisabethkapelle und die dort angebotenen Gottesdienste
Ukraine-Hilfe der Malteser bittet um Kerzenreste
Die Malteser Ukraine-Hilfe Kassel sammelt auch in diesem Winter wieder Kerzenreste. Aus diesen Resten werden in der Ukraine in Blechdosen mit einem Docht aus Wellpappe sogenannte Büchsenlichter gegossen. Diese entfalten nicht nur Licht, sondern auch Wärme. Die Hitze ist so intensiv, dass sie auch zum Kochen von Essen genutzt werden kann. Das ist eine Hilfe für Menschen in der Ukraine, die ohne eine Energieversorgung auskommen müssen.
Bis zum Sonntag, dem 18. Januar 2026 werden hinten in der Kirche unter der letzten Bank Kerzenreste in Behältern gesammelt.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe!
Asta Klarner (Ukraine-Hilfe Kassel der Malteser)
03.01. > Gemeindewanderung von Druseltal bis Niederzwehren
Auch im neuen Jahr laden wir immer am ersten Samstag des Monats zur Gemeindewanderung ein. Für den Januar wurde der „Stadtwanderweg Kassel-Süd“ von der Endhaltestelle Druseltal bis nach Niederzwehren ausgewählt. Es handelt sich um eine Streckenwanderung, so dass die Anfahrt am besten mit dem ÖPNV erfolgt.
Start ist um 10:00 Uhr an der Straßenbahnendhaltestelle Druseltal. (Bus 52 ab Sankt Familia 9:32 Uhr, Ankunft Kassel-Druseltal 9:51 Uhr; Straßenbahn Linie 4 ab Bahnhof Wilhelmshöhe 9:41 Uhr, Ankunft Kassel-Druseltal 9:56 Uhr.)
Wir wandern durch Brasselsberg entlang des Pangelsbachs nach Nordshausen mit der ehemaligen Klosterkirche, weiter durch Oberzwehren, vorbei an der Mevlana-Moschee über das Märchenviertel bis Niederzwehren. Hier ist die Möglichkeit zur Einkehr im Restaurant Olympia gegeben.
Die Rückfahrt kann anschließend mit dem ÖPNV von der Frankfurter Straße aus erfolgen. Die Weglänge beträgt ca. 7 km, es geht überwiegend bergab.
Leitung: Peter Illing.
12.01. > Gewaltfreie Kommunikation mit Irmi Aumeier
Am Montag, dem 12. Januar, von 18.15 bis 20.15 Uhr sind Sie wieder herzlich eingeladen zu einer Veranstaltung der Gewaltfreien Kommunikation im Alfred-Delp-Haus. An diesem Abend beschäftigen wir uns mit dem Thema Gefühle und Bedürfnisse.
Gefühle sind ein Signal und Ursache für erfüllte oder unerfüllte Bedürfnisse. Sie melden sich, wenn Bedürfnisse in Mangel oder Fülle vorhanden sind, z.B. Freude, Trauer, Wut, Ärger oder Angst. Gefühle sind Aussagen über uns, körperlich spürbar, und wir sind dafür verantwortlich. In unserer Zeit sind wir sehr vielen Ablenkungen ausgesetzt durch die sozialen Medien, Smartphones oder YouTube. Oft nehmen wir Gefühle nicht mehr wahr. Wir lenken uns lieber ab, als in tiefes Erleben zu gehen. Oder es passiert uns, dass uns unsere Gefühle überwältigen. Deswegen ist es gut, sie wahrzunehmen und das dahinter liegende Bedürfnis zu erforschen.
Alle Bedürfnisse sind Zeichen unserer Lebendigkeit. Sie sind unsere Lebensenergie, die unsere Handlungen motiviert. Sie weisen uns auf Dinge hin, die wir zum Leben und zum Glücklichsein brauchen. Alles, was wir Menschen tun, tun wir, um Bedürfnisse zu erfüllen. Bedürfnisse sind z.B.: Frieden, Ordnung, Sicherheit, Entspannung, Beitragen, Autonomie, Vielfalt, Balance und vieles mehr. Mit der wunderbaren Methode von Marshall B. Rosenberg lernen wir, uns genau zu beobachten und unsere Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen.
Wenn wir unsere eigenen zugrundeliegenden Bedürfnisse und die der anderen wahrnehmen, kann dies dazu führen, unsere Beziehungen in einem neuen, versöhnlicheren Licht zu sehen und zu leben. Wir unterstützen und begleiten uns in einem liebevollen Prozess, um uns wieder mit unserer einfühlsamen Natur zu verbinden.
Leitung: Irmi Aumeier
13.01. > Offener Treff
Am Dienstag, dem 13. Januar findet von 16.00 bis 18.00 Uhr im Gruppenraum des Alfred-Delp-Hauses wieder der „Offene Treff“ statt. Herzliche Einladung an alle, die Lust auf Begegnungen, gemütliches Kaffeetrinken und künftige gemeinsame Unternehmungen haben!
14.01. > Gesprächsabend „Gottesdienst – Feier des Glaubens“
Mittwoch, 14. Januar, 20 Uhr, Alfred-Delp-Haus: Wir laden zu einem Gesprächsabend zum Thema Gottesdienst bzw. Eucharistiefeier ein. Die Feier des Gottesdienstes ist eine von uns mehr oder weniger oft geübte und vertraute Praxis und gehört zu unserem Leben als gläubige Christen existentiell dazu. Die Hintergründe, die Form und der Inhalt sind uns meistens nicht bewusst. Wir wollen uns damit beschäftigen, unser Wissen vertiefen und darüber in den Austausch kommen. Fragen nach dem Wie und Warum sind willkommen. Wer Lust hat, sich im Vorfeld zu informieren, kann im Direktorium der Diözese Fulda (hier online einsehbar) die Einführung lesen.
Herzliche Einladung!
Pfarrer André Lemmer, Bärbel Meyer (Beauftragte für Liturgie)
In einer Welt voller Krisen, Unsicherheiten und Ablenkungen wünsche ich Ihnen Orientierung, ein tiefes Verankertsein im Glauben, im Vertrauen, und ein weites, offenes Herz, das all den Wandel und das Loslassen mit Güte begleitet.
Ich wünsche Ihnen, das alte Jahr gut abzuschließen, es in Gottes Hände legen zu können und mit Hoffnung und Zuversicht, das Neue Jahr zu beginnen.
Mögen wir unsere Liebe in die Welt tragen und uns in guten Gedanken und Gefühlen bewahren.
Irmi Aumeier
für das Wortgottesdienstteam von Sankt Familia
zum 4. Januar 2026, 2. Sonntag nach Weihnachten
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Besondere Bücher in Sankt Familia: Einladung zum Mitgestalten
Erinnerungsbuch
Wir haben in unserer Gemeinde ein “Erinnerungsbuch” eingeführt, das an die Verstorbenen aus unserer Gemeinde erinnern soll.
Wir laden Sie ein, selber ein Blatt für dieses Erinnerungsbuch für Ihre Verstorbenen zu gestalten, die in irgendeiner Weise mit unserer Gemeinde verbunden waren.
Die Gestaltung dieser Seite (ein DIN A 4 Blatt) kann in einer freien Weise erfolgen. Es sollten
- die Lebensdaten (Geburt, Tod),
- vielleicht ein Bild, ein Erinnerungswort zu sehen sein.
Geben Sie dieses Blatt bitte in der Sakristei oder im Pfarrbüro ab. Wir werden es dann in das Erinnerungsbuch einfügen. An dem jeweiligen Todesdatum wird das Blatt aufgeschlagen und zum Erinnern und Gebet einladen.
An den jeweiligen Sonntagen erinnern wir beim Todesgedenken der Verstorbenen, die in diesem Buch benannt sind.
Das Evangelienbuch von Sankt Familia
In unserer Gemeinde geben wir nach dem Sonntagsgottesdienst seit vielen Jahren das Evangelienbuch einer Person oder einer Familie mit, die dann den Text des Evangeliums für den kommenden Sonntag in das Buch schreibt.
Am Anfang des Kirchenjahres ist das Buch zunächst ganz leer und Woche für Woche füllt es sich mit dem jeweiligen Sonntagsevangelium. Jeder, jede Person, jede Familie schreibt, malt, gestaltet nach eigenen Ideen. Dadurch entstehen jeweils Seiten, die ganz unterschiedlich aussehen.
In den nächsten Wochen legen wir einige Evangelienbücher der vergangenen Jahre unter der Orgelempore auf die Tische zum Anschauen aus.
Schön, wenn Sie sich entscheiden, das aktuelle Evangeliar, aus dem wir im Moment das Evangelium vorlesen, mit dem Text für den kommenden Sonntag am Ende eines Gottesdienstes mal mitzunehmen und das Evangelium des nächsten Sonntags reinzuschreiben. Das “Wort Gottes” ist dann eine Woche bei Ihnen “beheimatet” und kommt aus Ihrer Lebenswirklichkeit zurück in unsere Gemeinde. Was für ein schönes Zeichen!
Sie können sich gern im Pfarrbüro melden, wenn Sie das Evangelium an einem bestimmten Sonntag mitnehmen wollen. Sie können sich aber auch gern spontan erst jeweils am Ende eines Gottesdienstes melden.